Archiv für die Kategorie ‘Weiterbildung’
Weblogs – eine Kunst für sich
Es gibt nicht viel zu berichten – künstlerisch gesehen. Darum gibt es so wenig Beiträge. Weil ich nämlich nichts tu – künstlerisch gesehen. Dann musste ich mich anpöbeln lassen, warum kein Beitrag kommt und ich solle doch über’s Studium schreiben. Na gut, schreib ich über’s Studium:
Derzeit mache ich ein Fernstudium zum Contend Manager mit Typo3. Ich arbeite mich von Buch zu Buch, kassiere Noten und erweitere mein Wissen über Blogs und Konsorten. Das sei doch nichts künstlerisches hab ich gemeint und wurde gleich noch einmal angepöbelt.
Die Gestaltung einer Webseite oder eines Blogs ist natürlich was künstlerisches. OK, dann ist es was künstlerisches.
Also ich studiere und auf irgendeine abstruse Weise befasse ich mich so mit Kunst. Na gut.
Mein Blog wird irgenwann also anders ausstehen, er wird kunstvoll gestaltet sein, userfreundlich aufgebaut und natürlich nutzwertoptimiert. Ja, ja – man merkt’s Studium schon. 
Lucca
Jetzt hätt ich doch beinahe vergessen Bilder von Lucca zu zeigen. Also, spät aber doch – so sieht Lucca bei Tag aus:
Das Zentrum ist nur mit ’schmalen’ italienischen Autos gut zu befahren. Mit einem fetten Audi tut man sich da schon entschieden schwerer, speziell um die Kurven rum. In den Gassen gibt es noch kleine Bäcker, Weinhändler, Metzger, Kurzwaren oder andere Handwerksgeschäfte. Es wird im Stehen gefrühstückt, auf dem Marktplatz geschwatzt und der winterliche Tourist wird belächelt, der in dicken Jacken, Mütze und Schal ’sinnlos’ durch die Stadt läuft.
Von A nach B bewegt sich der Einheimische mit einem Bus, der gerne mal im Konvoj auftritt.
Die Geschäfte der Innenstadt haben typisch italienische Öffungszeiten, im Kleidungsssektor sind für meine Körperfülle nur Strümpfe erreichbar, die allerdings sind phänomenal. Im Genußsektor ist für jeden Geschmack was dabei. Lucca ist für seinen Kastanienkuchen bekannt, aber ich kann sagen die Pralinen sind hmmmm….
So sieht Lucca bei Nacht aus:
Und so wenn man ein Stativ dabei hat und die BULB-Funktion für Lichtspuren nutzt. (Begleiterscheinung der Aufnahmen: Kalte Hände, kalte Ohren, Eisbeine und das starke Bedürfnis nach heißer Schokolade mit Rum oder Glühwein!)
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Pisa, schiefer Turm und Konsorten
Pisa, tolle Stadt. Viele Attraktionen, Kunst und Kultur an jeder Ecke. Auch der ‘Schiefe Turm’ ist keine ‘Single-Attraktion’. Er ist eingebettet auf dem Piazza del Duomo in eine Reihe von imposanten Gebäuden. Er befindet sich in guter Gesellschaft mit dem Dom, dem Baptisterium und einem monumentaler Friedhof.

Eine gute Gelegenheit um vom dussligen Touristi eine Menge Geld für Besichtigungen zu verlangen. Der ‘Schiefe Turm’ kostet natürlich. Irgendjemand muss ja die Verstrebungen und Sicherungsmaßnahmen für die Bausünde zahlen.

Dafür darf man raufkeuchen, sich einen Drehwurm holen, am Treppenaufgang den Marmor polieren und oben seine Höhenangst pflegen. (Mit einer dicken Erkältung im Gesicht macht das alles noch viel mehr Spaß!) Man beachte die ungleich abgetretenen Marmorstufen. 
Der Besuch des Doms ist kostenfrei, da drücken sich die Meisten rum, die auf ihren Besichtigungstermin des ‘Schiefen Turms’ warten. Hier kann man einiges Nachlesen – wen es genauer interessiert.

Der Besuch des ‘heiligen Felds’ ist schon wieder kostenpflichtig. Kann man auf dem Foto oben an der linken Seite sehen. Ich zahl aber kein Geld um einen Friedhof anzusehen, auch wenn ich dabei was verpasse. Das Baptisterium kostet schon wieder. Kann mir auch gestohlen bleiben. Eine Kirche mehr oder weniger fällt nicht ins Gewicht.

Blöd find ich , wenn man für seine ‘Spendierhosen’ auch noch veräppelt wird. An der Wartezeit für die Turmbesichtigung kann man nichts ändern. Der Treffpunkt ist allerdings nicht klar kommuniziert, Italien eben. Ob wir die Taschen abgeben wollen, nö – wollen wir nicht. Aber dann, am richtigen Treffpunkt schickt uns der nette ‘Jonni Kontrolletti’ zurück zum anfänglichen Meeting Point und meint ‘no bags’.
Ja leck mer doch … Ich bin gaaanz ruhig, hab schließlich Urlaub. 
Stadtmauer Lucca
… Lucca ist eine italienische Stadt in der Toskana und Hauptstadt der Provinz Lucca. Sie liegt im Tal des Flusses Serchio ca. 20 km nordöstlich von Pisa und 20 km östlich der toskanischen Küste. Ihre von 4 Toren durchbrochenen Befestigungsanlagen wurden 1504 begonnen und 1645 fertiggestellt und zählten lange zu den bemerkenswertesten Italiens. Sie sind heute noch gut erhalten und tragen eine von Bäumen gesäumte Promenade. Die Stadt hat 82.250 Einwohner (Stand am 30. November 2006). …
Quelle: Wikipedia
Will sagen: Lucca hat eine tolle Stadtmauer, echt sehenswert. So sieht sie von außen aus
An vielen Stellen gibt es Durchgänge, die mehr oder minder spektakulär sind:
Natürlich kann man auch drauf spazieren gehen. An einem Neujahrstag, an dem gerade eben die Sonne rausgekommen ist, machen das Einwohner und Besucher gleichermaßen gern.
Hatte ich schon erwähnt, dass es saukalt war?

Michelangelo’s David
Ich war doch in Florenz. Und ich hatte mir fest vorgenommen Michelangelo’s David zu sehen. Ein 4 m großer nackter Mann aus Marmor. Ein ‘Sahneschnittchen’ seiner Zeit. Zwischen 1501 und 1504 soll er entstanden sein. Aus einem Block Marmor, der von zwei anderen Bildhauern aufgegeben wurde, hat Michelangelo diese Statue gefertigt. Ein echt leckerer Junge. Der David von Michelangelo. Schade nur, dass ich ihn nicht gesehen habe. An der Gallerie dell’Accademia standen so viele Leute an, dass ich nur das Schild mit den Öffnungszeiten fotografieren konnte.

Ich zog ohne Live-Erlebnis ab, schade. Das wäre mein Preis gewesen:

Also muss ich noch mal nach Florenz. Immerhin war ich jetzt schon in den Uffizien (damals) im Palazzo Pitti (neulich) und den David werd ich auch noch sehen (dann).
Palazzo Pitti, Florenz
Schon mal vorweg. Ich war im Palazzo Pitti. Ich habe die Gemäldesammlung gesehen. Unglaublich aber wahr.
Der Tag began schön. Wir fuhren gemütlich nach Florenz, fanden ruckzuck einen Parkplatz nahe der Innenstadt und gingen bald die richtige Straße entlang. Auf dem Weg die via Romana entlang, nahmen wir einen Eingang in den Boboli-Garten. Der Palazzo Pitti war schon ausgeschildert und der Eintritt hoch genug um auch für die Gemäldesammlung zu gelten. Also ran. Ticket kaufen, Taschenkontrolle und bitte jedes Fach aufmachen, ja. Der Spaziergang durch den Garten war schön, aber durchaus entbehrlich.

Es hatte noch immer ca. O Grad und alle Menschen waren warm eingemummelt. Wir waren also ganz froh als wir den Palazzo Pitti fanden und stürzten uns gleich ins Warme.
Die Gemäldesammlung ist im 2. Stock, oder war es der 3.? Na, auf jeden Fall waren es irre viele Treppen und wir waren ziemlich außer Puste als die Kontrolleuse sich unsere Tickets ansah. Also, die Eintrittskarten gelten nur für die Kostümausstellung. Die ist noch 2 lange Treppen höher und interessierte uns null. Der freundliche Herr am Museumsshop erklärte mir dann, dass er keine Eintrittskarten verkauft. Dafür müssten wir runter gehen. Unten verkauft aber auch keiner Karten. Es sei denn, wir gehen raus aus dem Palazzo Pitti und stellen uns an einer elend langen Schlange an um wieder reinzukommen. Wir glaubten es nicht.

Nicht nur, dass wir Eintritt für einen Garten bezahlten, den wir gar nicht sehen wollten. Nein! Wir gingen völlig überflüssiger Weise in den 2. Stock hoch um gesagt zu bekommen, dass wir die Kamera abgeben sollen (ist eh Fotografierverbot), beim 2. mal hatten wir dann keine Puste mehr, falsche Eintrittskarten und SOO einen HALS.
Scheiß drauf, ich stell mich nicht 1 Stunde an, wenn ich nur einen Tag in Florenz bin. Also holten wir Kamera und Garderobe ab und stürzten uns in die Kälte. Wenigstens war uns jetzt warm und wir waren auf der Toilette. Was waren wir für Checker, sicher stand das auf irgendeinem Schild, das wir weder gelesen und vermutlich nicht einmal gesehen hatten.

Auf dem Rückweg versuchten wir unser Glück noch einmal. Und siehe da, es klappte. Schlappe 15,- EUR pro Nase später kamen wir ohne Wartezeit rein, gaben Kamera und Jacken ab, trabten in den 2. Stock hoch und gesellten uns zu den Kunstgenießern der späte Stunde.
Und da waren sie alle. Die Schätzchen: Raffael, Tizian, Tintoretto, Rubens, van Dyck, Velasquez uvm. GRINS.
Sie hängen dicht an dicht. Irgendwie sogar zu eng aufeinander. Man kann sich gar nicht konzentrieren, oder bin ich einfach nur müde vom vielen Treppensteigen? Zu den Bildern in der dritten Reihe oben kann man gar keinen Bezug herstellen. Macht nix, waren eh nur Portraits von irgendwelchen Leuten, die ich nicht kenne. Ich las Schilder, staunte, wunderte mich über meine zittrigen Knie und fand schließlich meinen Liebling:
RAFFAEL. Mann, der konnte malen. Der hing angenehmer Weise auf Augenhöhe, etwas ausgestellt, damit das Licht nicht spiegelt und ich schnurrte vor mich hin. 
Nach 2 h Palazzo Pitti war ich fix und alle. Von da an gings nur noch Treppab. Zur Garderobe kannten wir den Weg und das Auto war Gott sei Dank ganz nah. ![]()
Weihnachten in Lucca
Gut, es ist etwas spät um noch ein Weihnachtsfoto nachzureichen. Aber, da es im Moment wieder schneit trau ich mich das schon. Schließlich war der Weihnachtsbaum in Lucca absolut sehenswert. Auf dem Platz ‘Anfitheatro’ war dieses beachtliche Kunstwerk aufgebaut. Klassische Musik hat den Kunstgenuß begleitet. Scheinwerfer projezierten Lichterspiele auf die umliegenden Gebäude. Die Menschen waren noch in Weihnachtslaune, shoppen, schenken, feiern. Und in der Mitte er:

Es waren übrigens Glasröhren, mit schweren Geschütz befestigt. Hier kann man es besser sehen.

Schön, wenn Kunst so phantasievoll ist. 
Uffizien, Florenz
Gott sei Dank war ich schon mal in den Uffizien, denn wenn ich gedacht hätte, das ich am 2. Januar ohne längere Wartezeit die Gemäldesammlung anschauen könnte, dann hätte ich mich getäuscht. Scheinbar ist die Wartezeit vor dem Museum mindestens 1 Stunde, auf weniger zu hoffen wäre sinnlos.
Damals, vor etwa 4 Jahren, hatte ich Glück und war mit 1 h Wartezeit dabei. Im Sommer kann man schon mal 2 oder 3 Stunden in der Schlange stehen. Natürlich kann man auch vorher Tickets kaufen und es gibt sogar einen Eingang der einen schneller reinläßt, wenn man sich anmeldet. Da ich aber nicht wußte, wann und ob wir nach Flozenz fahren, wäre eine Anmeldung nicht möglich gewesen.
Der Platz rund um die Uffizien ist reich bevölkert. Wenn ich die Menschen anschaue, frage ich mich immer, ob sie sich tatsächlich für Gemälde und Kunst interessieren. Oder ob sie sich die Uffizien nur ‘geben’ weil man es gesehen haben muss. Wissen die Menschen wirklich wie schwer es ist ein solches Gemälde zu schaffen?
Mein Favorit ist übrigens die Venus von Urbino von Tizian.


Toskana – Weiterbildung Kunst pur

1 Woche Toskana hab ich hinter mir. Davon abgesehen, dass ich fast die ganze Zeit erkältet rumgehangen hab, konnte ich Kunst und Kultur genießen. In der Toskana gibt es das an jeder Ecke. Die besuchten Orte waren Lucca, Pisa und Florenz. Mehr ging nicht wegen der Erkältung. Und auch diese Besuche waren abgespeckt. Es ist einfach schlecht
- wenn man auf dem Weg zur Kunst nur friert, trotz warmer Unterwäsche
- wenn man im Museum die gesegnete Ruhe weghustet
- wenn man nach 2 Stunden einen antiken Hocker wegen Schwäche anpeilt.
Jetzt weiß ich mehr über dieses Land in winterlicher Zeit. Es war eiskalt, zwischen -2 und plus 5 Grad. Durch den schneidenden Ostwind hat sich alles viel kälter angefühlt. Klassiker wie der ‘Schiefe Turm’, die ‘Uffizien’, ‘Palazzo Pitti’ oder ‘Galleria dell’Accademia’ mit dem Highlight ‘David’ sind auch im Winter nur mit langer Wartezeit zu erreichen. Auch im Winter es in Italien trockener, außer es fängt an Sylvester an zu regnen, dann hört es erst wieder im Neuen Jahr auf. Es gibt weniger Feuerwerk in Italien, zumindest in Lucca. ![]()
Ein paar Fotos und Erkenntnisse gibt es die nächsten Tagen.
Fotokurs III

Schön, dass jeder eine andere Sicht der Dinge hat. Der eine steht ganz nah, der andere hat Distanz. Der eine steht im Mittelpunkt, der andere hat die Sicht von außen. Wie bei der Fotografie, so ist es auch im Leben. Und wie in der Fotografie so ist es auch im Leben gut den Blickwinkel manchmal zu ändern. Dabei gibt es kaum gut oder schlecht, sondern eben nur anders.

Das Können des Fotografen besteht wohl auch darin zu erkennen was notwendig ist. Distanz oder Nähe? Klassisches Portrait oder Schnappschuss.

Studioaufnahme oder Landschaft drum rum? Der Fotograf sollte erkennen wie er sein Modell ins beste Licht rücken kann. Und die Ergebnisse gefallen mir.

Am dritten Tag wurden die Fotos der Teilnehmer begutachtet. Jede Menge Bilder zum Wiederholen des Stoffs mit Licht, Kopfhaltung, Körperhaltung usw. Und als Krönung haben wir uns selbst ins beste Licht gerückt in einer Gruppenaufnahme. Die gibt es dann nach dem nächsten Treffen. Für mich bleibt noch etwas Fleißarbeit, weil die Kollegen natürlich die Aufnahmen möchten, die ich von Ihnen gemacht hab. Das kommt noch, versprochen. ![]()
Fotokurs II
Knipsen satt. Man nehme eine Gruppe fotografierwütiger Menschen, gebe ihnen eine Aufgabe, das richtige Umfeld und dann geht’s los. Die Aufgabe ist das Portrait, also Mensch in klassischer Pose. Und so geht man vor.
Technik checken

Modell in Pose

Lächeln bitte

Focussieren

Und Schuss

Und dann das Ergebnis checken

Auf den Fotos sehen manche ziemlich ernst aus. Aber nur solange bis jemand eine ernste Aufnahme machen will. Dann wird’s richtig schwierig, weil wir sind ja RICHTIG ernst, nicht muffig. Und wenn Lächeln, dann bitte nicht zu viele Zähne zeigen. Und wenn man die Zähne schon mal gefletscht hat, dann kriegt man das breite Grinsen nur schwer aus dem Gesicht.
Und dann noch den Kopf leicht drehen und das Kinn nach unten, nein zu weit und bitte nicht direkt in die Kamera schauen. Der Bendel am Shirt ist auch noch im Weg. Und die Schulter ist zu hoch. Die Finger bitte nicht zu sehr spreizen. Schwerpunkt auf dem Standbein, das andere bitte ganz locker davor. Nein nicht lätschig, locker. Und die Rinde von der Birke darf die Haut ruhig berühren, von wegen Kontrast. Die Blätter sollten nicht zu verwelkt und dennoch bunt sein. Und ja kein Horizont der den Kopf durchschneidet. Und bitte Kontakt aufnehmen mit der Umwelt und dem Fotografen. 
Ach schön war’s, Spaß hat’s gemacht. Und nächste Woche geht’s weiter.
Fotokurs I
Samstag früh aufstehen und in einem Kurs sitzen – ich kann mir Besseres vorstellen. Aber es ist ein Portraitkurs für Fotografie und mit meiner neuen DSLR muss ich schließlich üben. Die Teilnehmer sind bunt gemischt. Von Jungendlichen bis zum Fast-Profi ist alles dabei. Die Ausrüstung reicht von einer professionellen Nikon D2X bis zur normalen Digitalkamera ohne Spiegelreflex. Der Wissensstand ist ebenso gemischt. Die Interessen reichen von Tierfotografie über Sportbilder bis zur Makroaufnahme.

Gott sei Dank ist noch ein Teilnehmer dabei, der mit Begriffen wie Brennweite, Blende und Weitwinkel seine Anfangsschwierigkeiten hat. Nur für uns beide werden die Begrifflichkeiten genau erklärt, alle anderen wissen schon eher was sie tun. Ich lerne noch.
Der Lehrer erklärt, was bei der Portraitaufnahme zu beachten ist. Haare, Augen, Nase, Ohren usw. bis zur Körperhaltung und der Position des Fotografen – alles wird am Modell erklärt. Das Modell sind die Teilnehmer und obwohl wir uns für die Rolle hinter der Kamera entschieden haben ist auch das fotografiert werden mit den Erläuterungen des Lehreres eine neue Erfahrung. Er legt großen Wert auf die Kommunikation zwischen Fotograph und Modell, darauf dass sich der Fotografierte wohl fühlt, seine Persönlichkeit behält und nicht in ein Raster gepresst wird.

Es sind interessante Aussagen dabei. Aufgrund der Malerei befasse ich mich mit der Anatomie des Menschen und mit Posing schon etwas länger und es spielt keine Rolle ob das Modell auf Foto oder Leinwand gebannt wird. Sehen ist auch hier das Wichtigste. Sehen, dass ein nackter, weißer Unterarm vom Gesicht ablenkt und den Bildaufbau stören kann. Uvm.
Am Schluss bleibt nach jeder Menge Theorie Zeit für 1/2 Stunde Praxis. Der Sohnemann des Lehrers muss als Motiv herhalten. Er hält sich wacker, obwohl er von 10 Kameras gleichzeitig abgelichtet wird. Es klackt und blitzt und jeder versucht für sich das Beste mitzunehmen aus dem Posing und den begleitenden Beschreibungen des Lehrers.

Nach 4 Stunden ist meine Aufmerksamkeit alle, der erste Teil des Kurses ist aus und ich möchte gerne weitere 1.000 EUR in noch mehr Equipment investieren. Ach ja und KÖNNEN möchte ich es bitte auch. Und ich weiß, dass ich klassisches Posing für reine Portraitaufnahmen stinklangweilig finde.
Hab halt doch eine tief sitzende Vorliebe für Akt. Dennoch Basiswissen schadet nie.
Faber Castell, Stein bei Nürnberg
Frisch renovierte Fassade der Akademie.
Hinter den gelb gestrichenen Fenstern lagen die Räume des Seminars abstrakter Expressionismus. Am mittleren Fenster konnte ich Luft holen.
Der Eingang zur Akademie.
Treppe oder Lift? Je nach Gepäck und Startposition wahlweise verfügbar.
Ein Blick zurück erleichtert manchmal das weitergehen.
3. Tag
Jackson Pollock – über ihn gibt es einen Film.
Egal ob man den Bildaufbau als Schütttechnik, Aktion Painting, Drip Painting oder Abstrakten Expressionismus bezeichnet. Tatsache ist, dass sich Künstler auf der verschiedensten Wegen ausdrücken. Neue Wege gehen, experimentieren und den richtigen Weg für sich finden – das ist sicher im Moment auch mein Thema. Bei Jackson Pollock kam das dabei raus:
Eine Diskussion über Geschmack, Schönheit und auch die Persönlichkeit des Malers geht los. Muss man die Werke eines Trinkers gut finden? Wird alles hochgespielt? Schließlich ist Jackson Pollock mit 44 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Just zur richtigen Zeit? Oder war sein Einfluss auf die Bildende Kunst doch größer. Lesen Sie ein paar Fakten bei Wikipedia.
Ich bin fasziniert. Fasziniert von den unterschiedlichen Maltechniken, die ich im Seminar sehe. Fasziniert vom Verständnis, das für die abstrakte Malerei entsteht. Fasziniert von der Ausdrucksweise eines Künstlers, der seinen Weg suchte und fand. Und ich will es selbst ausprobieren. Was gefällt mir eigentlich?
Bisher sitze ich meist ruhig an meiner Staffelei und male meine Bilder. Aber in den nächsten Wochen gibt es mehr Aktion. Ich werde mein Arbeitszimmer leer räumen, mit Folie verkleiden und mit Farbe um mich werfen.
Ich freu mich drauf.
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