Archiv für die Kategorie ‘Galerie am Reformhaus’
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Das Bilder abhängen ging schnell. Viel schneller als aufhängen. Nach den ersten flotten Botengängen zwischen meiner Wohnung und der Galerie wurden meine Schritte langsamer. Die Schaukästen wurden leerer, die Stapel mit dem Rest des Dekomaterials größer. Mein Herz wurde immer schwerer.

Schön wars. Schön wars, hierher zu kommen und die eigenen Bilder zu sehen. Ich war stolz auf die geleistete Arbeit. Bin oft den Gang auf- und abgeschlendert. Hab die Entstehung Revue passsieren lassen. Hab das Ergebnis betrachtet und versucht es mit fremden Augen zu sehen. Schön wars, angesprochen zu werden, dass man meine Bilder gesehen habe. Das könne doch nur ich sein, diese farbenfrohen Gemälde. Schön war’s über die vielen Aufregungen zu berichten und so viele Neugierige und Mitstreiter auf dem Weg mitzunehmen.
Und nun trage ich bei 33 Grad Hitze meine Schätze nach Haus. Staple kleine und große Gemälde im Wohnzimmer. Zähle alle Nase lang wieviele Bilder schon bei mir und wieviele noch zu holen sind. Eine Traurigkeit schleicht sich ein, wenn ich die leeren Schaukästen betrachte.

Ein Experiment ist zu Ende. Es gab glückliche und unglückliche Momente. Dinge die funktioniert haben und solche die eher eine Katastrophe waren. Schon die ‘Produktion’ war ein Erlebnis. Einige Werke malte ich speziell für die Ausstellung und hängte sie dann nicht auf. Ein paar Malgründe gingen bei der Produktion kaputt. Ein fertiger Malgrund wurde zerstört. Bilderrahmen wurden falsch geliefert und strapazierten meinen Geldbeutel arg. Fehler beim Firnisen sorgten für Aufregung. Ölfarbe, Pinselreiniger und Kreidestaub verursachten Kopfschmerzen. Manche Farbkombinationen brachten mich echt ins Schwitzen.
In einigen Gemälden steckt die Liebe zu den Menschen, deren Farben ich gemalt habe. Die Freude über gelungene Bilder trug mich tagelang. Eine Euphorie, ein Malfieber wie noch nie packte mich. Zu den unmöglichsten Zeiten wurde grundiert, gemalt, eingerahmt oder organisiert. Bis nach Japan reichte die Berichterstattung hier im Blog. Die Homepage entstand zeitgleich, forderte Gehirnschmalz. Lange Abende beanspruchten meine Aufmerksamkeit. Wer noch einmal reinlesen will kann in der Rubik Bildentstehung stöbern. Ich möchte keine Minute missen.

In der Endphase brachten mich Flyer, Postkarten, Einladungen und Anzeigen aus der Ruhe. Hatte mich die Aufregung vor Vernissage und Finissage im Griff und nach den beiden Veranstaltungen war ich immer reichlich angeschickert. Ach ja und verkauft hab ich auch was und eine Bestellung liegt vor. In meiner Firma weiß jetzt so ziemlich jeder, dass ich male, dass es in meinem Leben mehr gibt als arbeiten gehen. Die Leidenschaft der Malerei hat mir ziemlich viel abgefordert. Die Organisation erforderte Disziplin und ganz viel Entdeckermut.

Tja, und nun ist meine erste Ausstellung vorbei. Eigentlich wollte ich im Urlaub eine Anschlussveranstaltung finden, aber dann nutzte ich die Zeit nur für mich. Das musste sein. Halt, eine kleine Ersatzveranstaltung gibts schon. Am 27. September ist die Kunstnacht in Landsberg. Da können Sie meine Bilder beim ‘Leder Mack’ und im Schuhgeschäft ‘Milano’ bewundern. Berichtet wird natürlich rechtzeitig.![]()
‘Nach dem Spiel ist vor dem Spiel’.
Tütchen
Schon in den ersten Tagen der Ausstellung konnte ich einen Verkauf verzeichnen. 1 Postkarte hat den Besitzer gewechselt. Irre. 2,- EUR mehr in der Tasche. Ich war ja völlig sprachlos. Ein fremder Mensch hat eine Postkarte mit einem Bildmotiv meiner Gemälde gekauft. Überwältigend.
Diese Verkäufe wurden in einem Tütchen für mich aufbewahrt. Neckisch sieht das aus. Eine kleine Rascheltüte mit 2,- oder mehr EUR. Im Verlauf der Ausstellung wurden es 3 Tütchen. Ich hab sie noch immer und schau sie mir gerne an.
Produktsortiment
Sollte sich jemand fragen, wie es denn im Reformhaus ausgesehen hat. Hier noch einmal Eindrücke aus dem reichhaltigen Angebot.



Nicht zu vergessen den Bereich der extrem bequemen Schuhe, auch Gesundheitslatschen genannt.

Und das Wichtigste ist natürlich die Tankstelle.

Kunst sprengt Grenzen
Kunst eröffnet bekanntlich ja neue Dimensionen. Eigentlich ist diese Aussage auf die visuelle, haptische oder akustische Erfahrung mit Kunstwerken bezogen. Bei meiner Finissage hat Kunst aber auch andere Grenzen gesprengt.
Da steht eine kleine Gruppe Mitstreiter bei der ‘Abrißparty’ im Reformhaus – trinkt Sekt, ißt Brötchen und Chips. Da wird Wein, Schokoladenlikör und Holundersaft verkostet. Am Bürgersteig versammeln sich die Raucher und machen einen nicht so ‘biologisch abbaubaren’ Eindruck und leisten aktive Einparkhilfe für ‘Dummies’. Und ich sag nicht wer der größere Dummi war, der Mann im Auto oder die Frau im anderen.
Da steigt das Kunstverständis mit dem Alkoholpegel. Und man glaubt es kaum – es wird sogar was gekauft! Jawoll!! 6 x Öl auf Holz wechseln den Besitzer und 3 weitere sind bestellt!!! Ich glaubs nicht. Kann ich nicht wirklich – der Pegel ist schon ziemlich hoch. Es dauert, bis die Erkenntnis ‘UMSATZ’ durch den Dunst sickert.
Schon mal betrunken aus dem Reformhaus gewackelt? Nein? Passiert auch höchstens bei meiner Finissage. Aber Gott sei Dank bin ich nicht allein. Mindestens noch Zwei zeigen das gleiche Kunstverständis. Da lassen sich eingefleischte Reformhausgegner auf kulinarisches Neuland ein. Und man glaubt es nicht, die angeschickerte Bande kauft auch noch Lebensmittel! Wie sie das Zeug nach Hause bringen sollen, wissen sie allerdings nicht wirklich.
Brotaufstrich, Wein, Schmalz, Honig, Butter, Prosecco, Chips, Brühe und KUNST wechseln den Besitzer. So was hab ich noch nicht gesehen. Na, geht’s noch. Sind wir hier bei Beuys? Was ist schräger ein Fettfleck auf einer Badewanne, der zur Kunst hostilisiert wird oder angesäuselte Kunstliebhaber, die Reformhauskost kaufen. Oder waren es Reformhausliebhaber, die Kunst kaufen?
Und in den nächsten Tagen darf ich auch noch den bestellten Wein ausliefern! 
Gott sei Dank ist in der Kunst alles erlaubt. Schön war’s!
Postkarten
10 Gemälde habe ich mir ausgesucht und davon Postkarten machen lassen. Idee gut, Ausführung mangelhaft. Leider wellen sich die Postkarten in den Schaukästen. Eine Seite ist mit einer glänzenden Folie überzogen, die Rücksteite ist unbehandelt, damit man drauf schreiben kann. Wie gesagt, Idee gut, aber … Es liegt wohl an der Luftfeuchtigkeit, die auf der einen Seite rein kann, auf der anderen Seite aber nicht. Ein ungleiches Verhältnis also.
Der geneigte Käufer sollte sich also die Mühe machen und die kleinen Kunstwerke vorsichtig in die richtige Richtung biegen. Dann hat er auf jeden Fall etwas davon. Sie sehen richtig super aus. Wie der Flyer. Kein Wunder, sie wurden nach super Motiven gemacht.
Ja, ich bin stolz drauf, dass einiges richtig gut geworden ist. Hier kann man die Postkarten sehen.




Diese Motive stehen zur Wahl:
Übrigens, die Postkarten kosten 2,- EUR das Stück und
ich habe schon 5 davon verkauft !!!
Das erste Mal
Es war das erste Mal, dass ich zu einer Vernissage geladen habe. Alles war sehr aufregend und richtig schwierig für mich. Einiges hab ich im Vorfeld vergessen, nicht beachtet oder einfach nur falsch gemacht. Dennoch verbuche ich die Veranstaltung als Erfolg.
Ich habe viel gelernt über den Ort, die Urzeit, die Bewerbung eines solchen Events und auch die Tatsache, dass ich mich als Künstlerin zeige. …kommen Sie rein, treten Sie näher, finden Sie meine Bilder gut … Eine Aktion, an die ich mich erst noch gewöhnen muss.
Ich bin den Kollegen und Freunden, die mich besucht haben, sehr dankbar für die Schützenhilfe, für die Fragen zu meinen Gemälden, die aufmunternden Worte und das Interesse. Ohne Euch wäre alles viel schwieriger gewesen.
Verkauft habe ich nichts, dennoch bin ich reicher als vorher. Reich an Erfahrung, Eindrücken und auch neuen Ideen für einen 2. Versuch.





Flyer
Am Samstag ist es soweit. Von 10:00 bis 13:00 h wird die ‘Künstlerin Astrid Keller’ im Reformhaus am Hinteranger Ansprechpartner für Ihrer Bilder sein. Ich bin ja so aufgeregt. Schließlich es für mich das erste Mal.
Gestern Abend habe ich 500 Flyer verteilt, einen eigenen ‘Austrager’ kann ich mir nicht leisten. Also bin ich für 2 Stunden durch Landsberg gelaufen und habe die Anwohner mit meiner Kunst versorgt. Heute Abend gibt es noch eine kleine Runde. Es sind noch ca. 200 Flyer übrig.
Ich freue mich auf Samstag und bin sehr nervös. Na, es wird schon gut gehen. Wem meine Kunst nicht gefällt, der kann sich bei der begleitenden Weinprobe ja betrinken.
Ich bin schon drin
… in den Schaukästen. Will heißen, ca. 40 Bilder hängen in den Schaukästen des Reformhaus am Hinteranger in Landsberg. Meine erste Ausstellung!
Am Samstag vormittag war’s soweit. Die meisten meiner neueren Gemälde wurden den kurzen Weg von mir daheim zur Parallelstraße ‘Hinterer Anger’ getragen. Nach der Aufteilung in die verschiedenen Kästen hat ein treuer Freund die Gemälde aufgehängt. Ich durfte mich mit der Feinjustierung, Beschriftung und Gestaltung befassen. Ohne ihn wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen. Ich danke dem Herrn für die Erfindung eines handwerklich geschickten Mannes.
Nach der Positionierung von Öl auf Holz, ein paar Flyern und Postkarten kann sich das Ergebnis sehen lassen. In 4 Stunden war alles vorbei.
Meine Wohnung ist nun leer, also die Wände sind leer. Ich nutze die Gelegenheit und überdenke die Postition der noch übrig gebliebenen Bilder. Genau genommen kommt der Rest auch noch runter und ich genieße den freien Raum. Nach dem Gedränge der letzten Wochen tut das gut.
Am Montag wird auch die letzte nackte Frau noch ins Reformhaus transportiert. ‘Desiree’ findet für 8 Wochen einen Platz im Schaufenster beim Weinangebot. Das passt doch: Wein, Weib und .. naja.
Ich bin stolz auf mich, dankbar an den Helfer, dankbar an Fam. Krucker, dass sie mir diese Gelegenheit bieten.![]()
Und ich bin hundemüde vom hin- und herlaufen und von der Aufregung.
Ausstellung Galerie am Reformhaus Juni/Juli 2008
Das Leben ist bunt!
So heißt die Ausstellung meiner Bilder im Juni/Juli 2008 beim Reformhaus am Hinteranger in Landsberg.
Gezeigt werden Farbkompositionen, zwei Akte und ein Portrait.
In den vergangen Wochen habe ich Freunde und Bekannte um drei Farben gebeten. Drei Farben, die ihnen spontan einfallen, besonders gut gefallen oder die für sie harmonieren. Diese Menschen sind die Namensgeber meiner Bilder. Peter I-III bedeutet also, dass Peter den Farbwunsch rot, blau, lila hatte und dass ich eine Bilderserie mit 3 Bildern gemalt habe.
Es wird keine klassische Ausstellung, da es keine klassischen ‘Räumlichkeiten’ gibt. Vielmehr hängen meine Bilder in Schaukästen im Zugangsweg zum Reformhaus. 14 Schaukästen mit Kunst. Angefüllt mit Claudia, Francoise, Mikel, Grit, Wolfgang, Anke, Kira und vielen anderen. Mit Menschen, die mir in meinem Leben viel bedeuten, die mir wichtig sind, die mein Leben geprägt haben oder noch immer prägen.
Und so bunt wie die Bilder der Menschen in meinem Leben, so bunt sind die Menschen, deren Bildnisse ich gemalt habe. Sie finden einen ’schwarzen Mann’, eine ‘weiße Frau’ und eine ‘japanischen Frau’.
Impressionen von der Ausstellung finden Sie hier.
Das Leben ist bunt!

Ich freue mich auf Ihren Besuch.![]()
Astrid Keller, Malerin
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