Archiv für die Kategorie ‘Atelier’
Was tun?
Eine erste Mallust kündigt sich an. Ein unfertiges Aktgemälde steht seit gestern in meinem Wohnzimmer. So nebenbei frage ich mich wie es weitergehen soll, was mich daran stört, was mir gefällt. Ob ich es vielleicht komplett wegwerfen soll oder es für abgeschlossen erklären soll? Grundlegende Fragen drängen sich in meinen Kopf:
Wie mach ich generell weiter?
Wie verändert die Recherche nach anderen zeitgenössischen Künstlern meine Arbeit?
Was macht mein Leben aus?
Was macht meine Malerei aus?
Womit will ich meine Zeit verbringen?
Ich hab bald Geburtstag, da drängen sich solche Fragen manchmal auf. Ich bin gespannt was rauskommt. ![]()
Der Wille zählt – im Dunkeln
Neulich Abend gabs ein Gewitter, es war schon dunkel. Rein wettermäßig ist das eher mein Geschmack.
Ich mag den Regen, das Geräusch, wenn Tropfen auf’s Dach trommeln. Wenn Wasser die Regenrinnen hinterschießt. Ich mag den Wind, der frische Luft durch die Räume pustet, die Fenster klappern läßt und an Vorhängen zerrt. Ich mag die Bewegungen der Natur, wenn sich die Bäume im Wind wiegen, der Regen die Blätter wäscht und für kurze Zeit alles still steht- bis der wütende Ausbruch der Natur sich beruhigt hat.
Leider war das Gewitter nur ganz kurz. In meinem jugendlichen Leichtsinn wollte ich einen Blitz fotografieren (mit meiner technischen Ausrüstung – jaja). Auf jeden Fall hab ich die Kamera geholt und eine Nachtaufnahme gemacht. Nicht künstlerisch wertvoll. Trotzdem, es ist schön, dass ich was tun wollte. Der Wille zählt auch bei Gewitter und auch im Dunkeln.


Impulse aus dem Atelier
Es ist immer noch heiß. Ich hab mich in der Wohnung verkrochen. Brüte über Typo3-Büchern. Die Menschen aus dem Straßencafe vor meinem Fenster lärmen und genießen den warmen Sommerabend. Ich schwitze – mir rutscht die Brille von der Nase.
Ich fange an die Malerei zu vermissen. Hab mich die Woche schon zweimal ertappt, dass ich im Arbeitszimmer rumstehe und plane was ich tu, wenn wieder Arbeitsklima herrscht. Dass ich die Bilderrahmen bestellt habe ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.
Die Anregungen der zeitgenössischen Maler und Malerinnen tun ihr übriges. So gesehen war die art bodensee ein voller Erfolg. Sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Sie hat mich mit anderer Kunst konfrontiert. Sie hat mich heraus gefordert. Was ich jetzt noch brauch ist kühles Wetter und das Gefühl, dass ich mit dem Studium auf dem Laufenden bin. 
Bald, bald geb ich den Impulsen aus dem Atelier nach.
Buä Sommer
Sommer, 32 Grad und es wird noch heißer. Es macht einfach keinen Spaß bei der Hitze zu arbeiten. Ich hab 6 Bilder gefirnist und die Rahmen für die Bilder bestellt.
Aber es ist zu heiß. Das gereibe auf den Leinwänden treibt mir den Schweiß auf die Stirn, die Hände sind verschwitzt und klebrig, der Ölgeruch steht wie eine Wolke in der Wohnung. Was für eine blöde Idee. Ich hätte mich besser in die nächste Eisdiele verzogen.
Ich bin kein Mensch für diese Hitze. Ich weiß, alle Welt freut sich auf den Sommer – ich nicht. Ich mag die Hitze nicht. Auch wenn es schön ist, dass man Moped fahren kann, und ich fahre auch gerne Fahrrad, dieses Jahr schon 450 km. Die Fenster bleiben immer offen und viele Menschen sind besser gelaunt im Sommer.
Ich mag die Hitze trotzdem nicht, brummelgrummel. Ich mag die viele Sonne nicht. Ich brauche Wochen um mich daran zu gewöhnen. Die Hitze macht mich träge und die ganze Helligkeit ist mir zu viel. Tagsüber liege ich wie eine halbtote Fliege in der Ecke und fühl mich gar nicht gut. 
Ich will, dass es wieder dunkel ist und kühl.
Nachtfotos
… ohne Stativ sind einfach nix. Aber ich hatte grad meine Kamera dabei – und es wurde Nacht und es war Sommer. Ja.
Da hab ich halt ein paar Fotos vom nächtlichen Landsberg gemacht. Will ich immer schon mal machen. Aber sie sind, wie zu erwarten, alle verwackelt. Bei einer so langen Belichtungszeit braucht man einfach ein Stativ.

Moped fährt
Kaum versorgt man das Baby mit neuer Energie – schon fährt es wieder. Ich hab die Batterie sogar selbst angeschlossen – ich bin ja so ein Checker. So sieht mein Moped übrigens aus. 
Moped kaputt
Na toll, da will ich in der früh mit dem Moped zur Arbeit fahren. Und siehe da nix geht. Also gar nix. Es zuckt nicht mal. Hmmmmpff
Ich weiß schon, ich fahr zu wenig damit. Und mein kleiner Schatz steht draußen. Aber die Batterie wurde dieses Jahr schon einmal neu geladen. Und ich bin schon gefahren.
Vielleicht hat ein bösartiges Kleintier irgendwas durchgeknabbert? Oder … Ach ich weiß auch nicht.
Der Versuch mit dem Moped zu fahren hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Haare sind platt (Helmhaare buä) , die Hose ist voller Dreck (hätt den Sitz vorher putzen sollen) und jetzt kann ich sehen wie ich das Baby zum Laufen krieg. 
Ach ja, die Kurve zur Kunst hab ich jetzt nicht gekriegt.
Aktmodell
Ein Künstler war auf Aktbilder spezialisiert. Jeden Donnerstag kam sein 18-jähriges Modell zum Arbeiten, so auch diesen. Aber leider war der Künstler krank und deshalb hatte er ihr angeboten, sie ohne Sitzung, aber mit Bezahlung wieder fortzulassen.
Sie bot ihm dagegen an, ihm wenigstens einen Tee zu kochen, was er – vorausgesetzt sie würde auch ein Tässchen trinken – dankend annahm. Und wie sie da so saßen und Tee tranken, da hörten sie Schritte auf dem Flur.
Plötzlich wurde dem Maler ganz panisch und er rief: „Schnell, reiss Dir die Klamotten vom Leib, meine Frau kommt nach Hause…“
Lusche VII
Letzer Urlaubstag – schnell noch etwas rumluschen. Dringend noch hirnlos ins Leere schauen. Unbedingt noch mit Freunden abhängen, rauchen, trinken, randalieren.

Die Arbeit ist schon in Sicht.

Lusche VI
Ich hab ja so gut lachen.

Lusche V
Die Anstrengungen der letzten Tage bringen mich fast um.

Lusche IV
Sinnlos in der weltgeschichte rumfahren, Freunde und Familie besuchen, den ganzen Tag im Bett bleiben, lesen bis die Augen wehtun, ach ja und natürlich das Wichtigste: Shoppen. Das ist dann eine Aktiv-Lusche.

Lusche III
Lusche Lusche Lusche

Lusche II
Der Vorteil von 3 wochen Urlaub ist: Auch am nächsten Tag ist noch Zeit zum luschig rumhängen.

Lusche I
Es ist Sommer – ich arbeite nicht. Ich hab Urlaub – und da arbeite ich nicht. Ich hänge nur luschig rum und vertreib mir die Zeit mit nicht-künstlerischen, nicht-anstrengenden und nicht-wichtigen Dingen. Es gibt nichts zu berichten. Ein lieber Freund meinte ich könnte das mitteilen. Mach ich hiermit. Lusche an Welt – ich bin stinkfaul.

Sommerhitze
Jetzt ist es amtlich – es ist Sommer. Gestern hab ich den Esstisch von der Maldecke befreit. Aquarallfarben, Pinsel und Zubehör sind im Schrank untergebracht. Endlich haben wir die lauen Sommernächste, die mich nicht zum arbeiten sondern zum faulenzen anregen. Bei der Vorstellung unter die Lampe zu sitzen und zu malen komm ich schon ins schwitzen.
Sommerpause
Es geschieht ja nie viel im Sommer. Nach dem starken Tatendrang der vorigen Wochen hätte ich gehofft, dass ich diesmal meine Arbeitslaune über die heißen Tage rette – aber nein. Macht nix. 
Ich kenn da jemanden
… und wenn nicht. Dann stehst Du als Künstler ganz schön blöd da.
Wenn ich jemanden kennen tät, der mich coachen tät. Der dafür sorgen würde, dass meine Bilder in wichtige Ausstellungen kommen. Jemanden, der mir die schlappen 5.000,- EUR gibt, damit ich bei der Biennale in Florenz teilnehmen kann. Jemanden, der weiß, wie der Hase läuft. Jemanden, der mich berät, mir auf die Sprünge hilft.
Dann wär ich nicht so demotiviert. Manno. Ich will auch jemanden kennen.
Ich hab es getan!
Ich habe bei 5 Galerien angerufen und wollte meine Bilder prästieren. Um diese Gespräche hab ich mich ziemlich rumgedrückt. Es ist unglaublich, wie wichtig manche Dinge werden, wenn man etwas anderes nicht tun will. Ich musste vorher noch aufräumen, das Bett machen, saugen und hätt beinahe noch meine Mom angerufen ….
Aber dann hab ich mich der Aufgabe gestellt. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass die Galeristen sich hochjubelnd auf mich stürzen. Und nein, es ist nichts positives rausgekommen außer der Erfahrung an sich. Hier die Antworten:
- Ich führe nur Kunst von 1906 – 1930.
- Ich nehme keine neuen Künstler mehr auf.
- Ich führe meine Galerie nur noch im Internet.
- Ich nehme keine contemporary Art.
- Was, erst 2 Ausstellungen – das können Sie vergessen.
Alle Gespräche waren ruck zuck beendet. Und nach 5 Absagen hatte ich genug. Aber – ich hab es getan!![]()
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