Archiv für Mai 2009|Monatliche Archivseite
Der Klassiker

Sowas kommt vom Kreidegründe schleifen.
Dreimal am Tag
Das Arbeitszimmer ist fertig, die Kreidegründe auch. Alles ist sauber. Die Fenster sind geputzt, der Boden frisch gesaugt, der Zutatenschrank ist aufgeräumt und der Fußboden im Wohnzimmer ist auch sauber. Dreimal hab ich ihn heute geputzt.
Heute morgen, weil der Kreidegrund den ganzen Boden verkleckst hatte. Dicke, fette, feuchte Tropfen, die sich ins Laminat saugen. Heute mittag, weil überall Erde war, hab Blumen umgetopft. Und schließlich gerade eben, weil der letze Kreideanstrich weiße Spuren hinterlassen hatte.
Nun sind sie fertig. Die Zutaten sind aus. Das Marmormehl, das Titandioxyd, das Zinkoxyd und der Hasenleim. Die vorbereiteten Rahmen sind fertig für kreative Malereien. 
Morgens um halb acht in Deutschland
Meine Nachbarn sind einiges gewöhnt. Sonst würd ich mich das gar nie nicht trauen. Und sie wissen, dass jeder Krach nicht lange dauert. Ruhestörung morgens um halb acht. Aber ich bin wach und ich will jetzt endlich Ordnung schaffen.
Also – frisch ans Werk. Die meisten Kreidegründe sind fertig und müssen im Arbeitszimmer untergebracht werden. Das Nagel- und Hängechaos hat ein Ende. Nägel rausziehen macht bekanntlich keinen Krach, das reinklopfen schon. Nur rund 30 Nägel später haben es meine Nachbarn überstanden. Das Hauskleid ist voller Kreidestaub, die Hände schmutzig aber im Arbeitszimmer herrscht grenzenlose Übersicht.
Die neuen Serien hängen beieinander, auch das schiefe Bild hat einen Platz gefunden und mein Wohnzimmer gehört wieder mir. Es hat nicht lange gedauert, nur etwa eine 1/2 Stunde. Jetzt kann ich in Ruhe frühstücken.
Ein ganz normaler Tag also – morgens um halb acht in Deutschland. 
Viennafair
07. – 10. Mai 2009
Auszug aus der letzten Pressemeldung:
…
Fünfte Ausgabe der >VIENNAFAIR< bestätigt Wien als Marktplatz für internationale zeitgenössische Kunst.
122 Galerien +++ 15.719 BesucherInnen, ein Plus von 1,4 % +++ CEE-Schwerpunkt mit starker Teilnahme +++ Zufriedenstellende Verkäufe der Galerien +++ Besucherbefragung: Die Messe hat gefallen +++ Ausblick für 2010: Kräfte bündeln und den Weg konsequent fortsetzen
…
Joan Mitchell, 1925 – 1992
Die amerikanische Malerin Joan Mitchell wurde schon früh in den Kreis der abstrakten Expressionisten augenommen. Die Bekanntschaft von Willem de Kooning und Franz Kline ermöglichte ihr den Einstieg.

Ihre frühen Bilder zeigen lyrische Abstraktionen aus vielen verschiedenen, gestisch gesetzten Tupfen, Sprenkeln und Strichen. In den 1950er Jahren zeigte sie ihre Arbeiten im Jewish Museum, New York.

1959 zog Mitchell nach Paris, wo sie bis 1979 mit dem informellen Maler Jean-Paul Riplelle zusammen lebte.

1972 erhielt sie die erste Museumsausstellung im Everson Museum of Art, New York. 1974 folgte eine Retrospektive.

Die Bilder der 1980er Jahre vergrößern die gestische Pinselarbeit zu einem dichten Geflecht von Farbschichten, die trotz der Abstraktion einen Naturzusammenhang in sich aufnehmen und in der Farbigkeit am Spätwerk von Monet geschult sind.
Über den Wert der Kunst
Das Artnet-Magazin berichtet über den Wert der Kunst, die Messbarkeit, den Erfolg und den Nichterfolg. Reinlesen ist auf jeden Fall interessant.
Kurz zusammengefasst: Erfolg hat eine Eigendynamik. Einmal dabei – and the winner takes it all.
Hannah Höch, 1889 – 1978
Die deutsche Malerin Hannah Höch begann 1912 ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Berlin. In der Grafikklasse lernte sie Raoul Hausmann kennen, von 1915 – 1922 sind sie ein Paar. Mit ihren Fotomontagen und Collagen leistete sie einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Dada in Berlin.
Von 1916 – 1926 arbeitete Hannah Höch unter anderem als Layouterin für Zeitschriften und Illustrierte. In der 1917 von Hausmann ausgerufenen Dada-Bewegung ist Höch neben Baader, Huelsenbeck, Grosz und Heartfield die einzige Frau unter den Berliner Dadaisten (Dadaismus = unklassifizierbare Anti-Kunst). Hannah Höch gehört 1919 zu den Erfindern der zeitkritischen Fotomontage. Die Künstlerin freundet sich Anfang 1920 mit Hans Arp und Kurt Schwitters an. Im gleichen Jahr ist eine erste gemeinsame Ausstellung. 1922 gestaltet sie zwei Grotten im MerzBau.
Höch trifft 1924 in Paris Theo van Doesburg und Piet Mondrian. In der Collage ‘Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchepoche Deutschlands’ greift sie das aktuelle Zeitgeschehen kritisch auf. Sie pflegte einen spierischen, stark ironischen Umgang mit Medienfragmenten. Dennoch spiegeln ihre Collagen die Orientierungssuche der jungen Generation zwischen Kaiserreich und Zweitem Weltkrieg wieder.
Höch kommentierte und zeigte die unterschiedlichen Lebensstile der Großstadt, der Industrialisierung, der neuen Medienvielfalt und die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs. Sie greift die Rolle der ‘Neuen Frau’ auf. Über die Jahre läßt sich Hannah Höch auf keine Ausdruckform reduzieren. Sie malte, zeichnete, druckte, montierte, collagierte und fotografierte, entwarf Theaterkostüme und arrangierte Installationen.

Mit der Schriftstellerin Til Brugmann reist Hannah 1926 nach Holland. Drei Jahre wohnten die beiden in Den Haag, 1929 war ihre erste Einzelausstellung in Rotterdam. 1932 und 1933 stellte Hannah Höch in Amerika und Brüssel aus. 1936 trennt sich das Paar. Die Künstlerin ist erschüttert über den wachsenden Einfluss der nationalsozialistischen Bewegung. „Symbolische Landschaften“, Bilder mit surrealem Charakter und einem Hauch neuer Sachlichkeit entstehen.

1938 heiratet Hannah Höch den Pianisten Kurt Matthies. 1939 zog sich Hannah Höch nach Berlin-Heiligensee zurück. In Bildtiteln wie ‘Wilder Aufbruch’, ‘Angst’ oder ‘Resignation’ zeigt sich das Gefühl der Bedrohung. Nach Ende des Krieges, ist die Künstlerin eine der ersten, die aktiv das künstlerische Leben Berlins gestalten und dazu beitragen, die Kunst in Deutschland wieder aufzurichten. Sie nahm wieder an internationalen Ausstellungen teil. 1944 folgte die Scheidung von Kurt Matthies.

1965 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, die Collagen, Gemälde und Aquarelle zeigen eine Tendenz zur Verinnerlichung zur Abwendung von der Gesellschaft. Dennoch übte Höch mit Ihrem Mut zur Materialvielfalt und ihrer entschiedenen Abkehr von der nachahmenden Kunstauffassung großen Einfluss auf nachfolgende Künstler wie z. B. die Pop-Art aus.
Im Alter von 88 Jahren stirbt Hannah Höch 1978 in ihrem Haus in Berlin-Heiligensee.

Hannah Höch pflegt einen spierischen, stark ironischen Umgang mit Medienfragmenten. Dennoch spiegeln ihre Collagen die Orentierungssuche der jungen Generation zwischen Kaiserreich und Zweitem Weltkrieg wieder.
Belagerungszustand
Eigentlich ist das mein Wohnzimmer. MEINS. Nicht das von der malermanufaktur.
Eigentlich kann ich mich in meinem Wohnzimmer völlig frei bewegen. VÖLLIG FREI. Kein präzises Hinzirkeln von einzelnen Schritten.
Eigentlich gefällt mir mein Fußboden, Laminat, leicht zu pflegen, unempfindlich. EASY. Keine Belagerung von Malgründen schränkt die Trittfläche ein, kein Kreidegrund breitet sich aus, keine Vorsicht – also eher wie eine Wohnung und nicht wie ein Atelier. 
Bin froh, wenn die Gründe fertig sind.
Gelb, Pink, Orange – faszinierende Farben
Und weil sie so faszinierend sind greif ich das Thema immer wieder mal auf.
In Ölpastellkreide
In Gouache

In Encaustic
Aber irgendwie vermiss ich das Thema in Öl? Auch nach längerem Suchen kann ich Gelb, Pink, Orange nicht finden. Es gibt
Aber kein Gelb, Pink, Orange. Na, dann weiß ich was ich zu tun habe.
Encaustic, Teil III
Hier die Ergebnisse der Weiterbildung Encaustic



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Galerien
Zur Arbeit eines Künstlers gehört, dass er in einer Galerie ausgestellt wird. Dass er sich auf entsprechenden Veranstaltungen präsentiert und ‘verkauft’.
Jetzt, wo ich Kurzarbeit habe, gibt es keine Ausrede mehr. Ich habe die Zeit, um mich um eine Galerie zu kümmern. Im Internet surfen und eine Liste mit Galerien finden ist einfach. Ich entscheide mich für Unternehmen in München. Ich brauch also nur noch anrufen und fragen, mich vorstellen und auf ein Gespräch einlassen.
Ja, das sollte ich tun.
Seit Wochen sollte ich das schon tun.
Ja, das sollte ich.
Aber leider bin ich zu feig dafür. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll beim Gespräch. Ich möchte so viel fragen und wissen, aber ich bin einfach zu feig. Und das obwohl ich ein Telefonverkäufer bin. Ich verticker einem Eskimo am Telefon einen Kühlschrank. Aber das ist was anderes. Da steht eine große Firma hinter mir, die bezahlt mich – es ist mein Job. Der Anruf bei der Galerie ist viel näher, persönlicher, privater – geht mir ans Herz.
Oh, mann hab ich schiss.![]()
Encaustic, Teil II
Ich hatte am Wochenende die Möglichkeit die Maltechnik Encaustic auszuprobieren. Hier ein paar Eindrücke:
Die Malfarben in festem Zustand

Die Malfarben in flüssigem Zustand

Die Maltechnik gleiten
Die Maltechnik tropfen

Die gebildete Struktur auf einem Bild
Ein verzweifelter Anfänger

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David Hockney, 1937
Der Engländer David Hockney wurde am 9. Juli 1937 in Bardford, Yorkshire geboren. Im Alter von 11 Jahren beschließt er Künstler zu werden. 1953 bis 1957 beginnt Hockney seine künstlerische Ausbildung am Bradford College of Art und setzt sie von 1959 bis 1962 am Royal College of Art in London fort.

Seine frühen Arbeiten zeigen expressionistische Elemente. 1962 erhält David Hockney das RCA-Diplom und die Goldmedaille „für Arbeiten außergewöhnlicher Qualität“ und schließt im gleichen Jahr einen Vertrag mit dem Kunsthändler John Kasmin. In dieser Zeit beziehen sich seine Arbeiten auf seine Homosexualität.

Von 1961 – 1962 entstehen die Radierungen ‘The Rake’s Progress’.

1963 reist Hockney nach New York, Berlin und Ägypten, um Anregungen für Illustrationen zu sammeln. 1963 beginnt er wieder nach der Natur zu malen. Er schildert in sachlicher Manier zumeist autobiografische Erlebnisse, die er zuvor mit der Polaroidkamera aufgenommen hat. Die bekannten Schwimmbad-Bilder entstehen. Hockney zieht nach L.A.

Von 1965 – 1967 nimmt Hockney diverse Lehraufträge an und beginnt eine rege Ausstellungstätigkeit. 1968 zieht er nach London um. Ab 1973 lebt er in Paris. Mitte der siebziger bis in die neunziger Jahre entstehen zahlreiche Bühnenbilder. 
Ab 1978 lebt Hockney in Los Angeles. Er kreiert die Serie ‘Paper-Pools’. Eine Serie von Drucken die mit eingefärbten und gepresster Papiermasse erstellt werden. Es ergeben sich Arbeiten mit stark strukturierter Oberfläche.

Die Arbeit von David Hockney ist entschieden privater als die bekannten Vertreter der Pop-Art wie Roy Lichtenstein oder Andy Warhol. Davon abgesehen fühlte er sich nie zur Pop-Art zugehörig. Der Mensch steht bei ihm im Vordergrund, seine Themen sind private Erlebnisse. Hockney porträtiert Freunde und gibt reale Schauplätze wieder.
Nach 1970 orientiert sich Hockney noch stärker an der Realität. Nach der Phase der Abstraktion der Wirklichkeit folgen nun geschulte Kompositionen, in denen er Gesichter und Figuren verformt, mehrere Ansichten miteinander verbindet und Gegenstände aus der Bühnenrequisition darstellt.

1981 reist Hockney nach China. Auch dort kreiert er Bühnenbilder. 1982 folgen die ersten Polaroid Collagen. Er fotografiert dabei ein Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln mit einer Polaroid und arrangiert diese Fotos hinterher zum tatsächlichen Motiv.

1986 veröffentlicht Hockney einen Katalog mit Hand gemachten Drucken. Er macht Farblaserdrucke, experimentiert mit Video, porträtiert Familie und Freunde. Ein Bühnenbild zu Turandot entsteht. Regelmäßig hat er Ausstellungen in der ganzen Welt. 1990 entstehen die Bilder von Santa Monica Mountain.

Das Leben von David Hockney ist geprägt von vielen Reisen. Er eröffnet Ausstellungen, bemalt Wände, besucht Retrospektiven.
2000 beginnt Hockney mit einem Buch über seine Studien und Theorien zu alten Meistern. Hockney beginnt Aquarell zu malen.
David Hockney lebt und arbeitet in Los Angeles. Mehr Bilder und Information unter www.hockneypictures.com
Kurzarbeit
Wer glaubt Kurzarbeit sei angenehm, den muss ich eines Besseren belehren.
Es geht damit los, dass ich um 7:15 aufstehen muss. Derzeit läuft nämlich eine Dokumentation zum Thema 60 Jahre BRD. Die kommt von 7:20 bis 8:20 und ich schau sie mir jeden morgen an. Natürlich auch heute. Also, muss ich aufstehen.
Es wäre aber Zeitverschwendung, wenn ich einfach so vor dem Fernseher sitzen würde. Also muss ich vorher noch Frühstück machen und Grundierung aufwärmen. Während der Sendung kriech ich am Boden rum und streiche Kreidegrund auf monstergroße Leinwände. Noch vor 08:00 bin ich völlig verkleckst, wie schrecklich.
Begleitet wird das Ganze durch die extrem strapaziöse Geräuschkulisse des Geschirrspülers. Der wäscht normalerweise allein, wenn ich bei der Arbeit bin. Heute komme ich in den vollen Genuss von Waschen, Spülen und Trocknen.
Nicht genug damit: Meine Wohnung ist auch noch sonnendurchflutet. Was soll denn das? Jetzt kann ich die Schattierungen der Kleckse am Boden erkennen und die Pinselstriche auf den Leinwänden und die Blütenpollen auf den Fenstern und die Brösel am Boden. Das macht mich völlig fertig.
Ich geh zum Sport!
Encaustic
Encaustic ist eine Maltechnik, bei der erhitzte Bienenwachs-Farben zu einem Gemälde verarbeitet werden. Es ist eine viel ältere Technik als die Ölmalerei, rund 3.000 Jahre alt. Mehr über die Geschichte der Encaustic finden Sie hier. Diese Malweise zeichnet sich durch die besonders leuchtenden Farben aus. Bienenwachs-Farben bleichen so gut wie nie aus und auch Schwundrisse gibt es kaum. Die Farben werden aufgebügelt, getropft, geföhnt, gekratzt, aufgezeichnet, gestempelt, gespachtelt uvm.
Die Technik war früher sehr aufwändig und wurde von der Ölmaltechnik abgelöst.
Heute ist Encaustic eher im Hobbybereich angesiedelt. 
Kreidegrund – so sieht er aus
Sehr flüssig, wässrig, weiß und richtig viel Arbeit bis er fertig ist. 
Was für ein Hintern
Da ist mir doch am Wochenende ein ganz besonderer Hintern vor die Linse gekommen.
Wohl geformt, wackelte er vor meiner Nase rum. Es ist sehr weiß und etwas behaart, aber das stört mich nicht. Ein kleiner süßer Po, der sich nicht scheut betrachtet zu werden. Er neckt mich und erregt meine Aufmerksamkeit. Er wird von zwei kräftigen Beinen durchs Leben getragen und sucht sich seinen Weg in großen Sprüngen. Es ist ein Freude ihm zuzusehen und ich hab ihn gleich fotografiert:

Halt, falsches Foto. Das ist das richtige:


Signatur am Ölbild

Das bedeutet, dass das Gemälde an sich nun fertig ist. Nach dem Trocknungsprozess wird es gefirnist. Dann wird es gerahmt. Und nach dem Aufhängen wird die Wand drum rum bemalt. Alles klar? Nein, ihr werdet es sehen.
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Orange, Pink, Brombeer
Orange, Lila, Pink
Gelb, Rot, Lila