Archiv für Oktober 2008|Monatliche Archivseite

Getrocknete Gouache

Im Gegensatz zu Ölfarbe trocknet Gouache sehr schnell. Ist ja auf Wasserbasis gemacht. Dieser Umstand ermöglicht ein schnelleres Übermalen und verhindert einen längeres Ineinandermischen auf dem Bild. Und wenn Gouache auf der Palette eine Nacht lang trockent, dann sieht das so aus.

Achim – fertig?

Modigliani Amadeo, 1884 – 1920

Modigliani war ein italienischer Zeichner, Bildhauer und Maler ein Prototyp des Peintre maudit (frz. ausgestoßender Künstler). Der aus Livorno stammende Künstler schuf Frauenakte und charaktervolle Portraits sowie Skulpturen.

Modigliani war ein kränkelnder Künstler, er blieb durch zwei schwere Tuberkulose-Erkrankungen zeitlebens geschwächt. Im Atelier von Guglielmo Micheli erhielt er Zeichen- und Malunterricht. 1902 gründete er in Florenz mit Oscar Ghiglia eine Ateliergemeinschaft, er wurde Schüler von Giovanni Fattori an der freien Aktschule und studierte die alten Meister in Museen und Galerien.

1906 zog er, von Toulouse-Lautrec beeindruckt, nach Paris. Dort kam er in Kontakt mit bedeutenden Künstlern wie Pablo Picasso, Diego Rivera, Guillaume Apollinaire, André Derain u.a. Er malte Portraits von ihnen, pflegte deren Bekanntschaften. Seine Arbeiten zeigen den Einfluss von Paul Cézanne, Paul Gaugin und Toulouse-Lautrec sowie die Auseinandersetzung mit der ‘Blauen Periode’ von Picasso. Mit den Portraits seiner Freunde bestritt er oft seinen kargen Lebensunterhalt.

Am stärksten zog es Modigliani zur Plasik, die Bekanntschaft mit dem Bildhauer Constantin Brancusi war wohl der Hauptgrund dafür. Modigliani machte Anleihen bei afrikanischer, ägyptischer und kykladischer Kunst. Die emotionale Kraft der Stammeskünste war für sein Bemühen sehr wichtig. Seine Skulpturen sind ausdrucksvoll, gefühlsbetont, von klassischen Schönheitsidealen und anatomischer Genauigkeit befreit.

Nach dem ersten Weltkrieg widmete er sich ausschließlich der Malerei. Seine Technik entwickelte sich vom tupfenden Farbauftrag zum kantigen, kubistischen Stil. 1916 stellte ihm der Kunsthändler Leopold Zborowski ein Atelier zur Verfügung. Modigliani schuf dort eine Serie von Aktzeichnungen, die vor allem seine Geliebte Jeanne Hébuterne zeigen. Die erste von Zborowski organisierte Einzelausstellung löste einen Skandal aus und blieb finanziell erfolglos.

Der Krieg und die fortschreitende Tuberkulose veranlassten den Künstler ein Jahr an der Côte d’Azur zu leben. Seine Figuren und Gesichter wurden manieristischer. Im Gegensatz zur Ruhe seiner letzten Aktbilder blieb der Lebenswandel des Künstlers turbulent und unbestimmt. Zeitlebens hatte Amedeo Modigliani wenig Erfolg mit seiner Kunst, erst nach seinem Tod erreichte er größere Popularität und seine Kunstwerke erzielten hohe Preise.

Am 24. Januar starb Modigliani in der Pariser Charité, am Tag danach beging die hochschwangere Jeanne Selbstmord.

Wärme und Ruhe

Wie soll ich malen, wenn ich nicht nach rechts schauen kann? Nach links übrigens auch nicht, aber die Palette steht rechts.

Seit zwei Tagen hab ich einen steifen Hals. Ein Vermächtnis aus der letzten Dienstreise – aus Berlin. Da schleppt Frau tagelang die Handtasche auf der Schulter und schon hat mein einen steifen Hals. In Verbindung mit etwas kalten Luftzug hat sich daraus eine handfeste Entzündung am Hals festgesetzt. Also nix mit Bewegungsfreiheit. Mein Blickradius ist extrem beschränkt, beim Autofahren ist es schon fatal, wenn man nicht sehen kann was rechts und links kommt.

Also bleib ich daheim. Der Arzt hat mir Ruhe und Wärme verordnet. Na gut, dann geb ich halt Ruhe, wenn’s denn sein muss. Malen kann ich nicht, weil ich nicht schmerzfrei zur Palette schauen kann. Außerdem bin ich erschöpft, müde und irgendwie atemlos.

Manno, es gibt so viel zu tun und ich hätte jetzt so viel Zeit dazu, weil ich nämlich nicht arbeiten gehe. Aber ich soll mich ja erholen, darum bin ich krank geschrieben.

Öl auf Holz – in Arbeit

Was man hier sehen kann ist der 100. Versuch aus diesem Format etwas taugliches zu machen. Jedes der Holzkästen hat auch schon mal ganz anders ausgesehen und ich hab’s denn wegen scheußlichem Aussehen wieder abgeschliffen. Dieser Stand besteht nun schon seit ich im Frühjahr diesen Jahres in den sommerlichen Ruhestand gegangen bin. Ich bin wirklich gespannt wann ich die Arbeit daran wieder aufnehme und ob vielleicht doch noch was Gescheites draus wird.

Klang I-III – in Arbeit

Sitzende Frau – in Arbeit

So sieht sie aus, die neue Frau. Sie sitzt rum und suhlt sich in Farbe. Das Gemälde soll in einer rötlich orangen Farbe getragen sein. Es soll der Eindruck entstehen, als würde sie aus der Leinwand rauswachsen. Sie soll mit dem Hintergrund verschmelzen und doch sichtbar sein. Keine großen Farbübergänge, nicht wirklich Haut und doch ganz realistisch. Es gibt noch einiges zu tun.

Corregio, 1489 – 1534

Corregio, hieß eigentlich Antonio Allegri, war meist in Prado und Corregio tätig. Seine Schaffen viel in die Wirkungszeit von Leonardo da Vinci und  Raffael. Er malte Altarbilder und inszenierte gewaltige illusionistische  Räume. Er schuf liebliche Madonnen, verführerische mythologische Szenen und war wegweisend für die Folgegeneration von Barocci bis Rubens. Neben Raffael war er der größte unter den Alten Meistern.

Die Bilder seiner frühen Periode zeichnen sich durch eine stimmungsvolle Weichheit aus. Hier die Abbildung der Vermählung der hl. Katharina.

Ein Hochaltarbild, 1514 – 1515,  für San Francesco in Corregio bringt dem Künstler den Wendepunkt. Er vereint monumentale aber graziöse Figuren im Stil Leonardos und Mantegnas mit präziser Renaissancearchitektur. Raumillusionen mit durchdachter Lichtführung und perfekt umgesetzten Verkürzungen wurden voller Eleganz ausgeführt. Sie vermitteln eine Vorstellung von himmlischer Bewegung, von Schweben und Unendlichkeit.

Danae, 1531-32, 161 cm x 193 cm

Von 1518 bis 1519 besuchte er die vatikanischen Paläste um die Werke von Raffael und Michelangelos zu studieren. Die Deckenfresken des Benediktinerinnenkloster San Paolo in Parma entstanden danach. Sie waren der Durchbruch in Sachen Monumentaität und Souveränität bei der Darstellung des nackten menschlichen Körpers. In den Jahren um 1520 folgten weitere Ausmalungen von Deckenfresken und Kuppeln.

Anbetung der Hirten, 1527 – 30, 256 cm x 188 cm

Die ‘Anbetung der Hirten’ zählt zu den epochalen luministischen Leistungen corregios. Das Bild erhält seine effektvolle Beleuchtung einmal durch das schwache, natürliche Licht, zum anderen von jeder starken übernatürlichen Helligkeit, die vom Christkind ausgeht.

Nach Beendigung der Arbeiten an der Domkuppel von Parma, dei bei seinen Auftraggebern nicht die gewünschte Resonanz gefunden hatten, übersiedelte Correggio in seine Heimatstadt, wo er bis zum Tod blieb. Die kommende Schaffensphase brachte Gemälde wie ‘Die Liebschaften Jubiters’, ‘Danae’, ‘Leda’, ‘Jo und Ganymed’ hervor.

Die beiden um 1532/33 entstandenen Termperagemälde Allegorie des Lasters und Allegorie der Tugend weisen im Vergleich zu früheren Gemälden eine grelle Frabgebung auf. Hier werden manieristische Elemente deutlich, besonders bei der schmerzvollen Zentralfigur der Allegorie des Lasters, die auf die antike Skulputur des Laokoon zurückgeht.

Corregio, aus dessen Werk sich keine Schule bildete, beeinflußte eine Reihe Maler wie Parmigianino, Carracci und Anton Rhapael Mengs.

Fotokurs III

Schön, dass jeder eine andere Sicht der Dinge hat. Der eine steht ganz nah, der andere hat Distanz. Der eine steht im Mittelpunkt, der andere hat die Sicht von außen. Wie bei der Fotografie, so ist es auch im Leben. Und wie in der Fotografie so ist es auch im Leben gut den Blickwinkel manchmal zu ändern. Dabei gibt es kaum gut oder schlecht, sondern eben nur anders.

Das Können des Fotografen besteht wohl auch darin zu erkennen was notwendig ist. Distanz oder Nähe? Klassisches Portrait oder Schnappschuss.

Studioaufnahme oder Landschaft drum rum? Der Fotograf sollte erkennen wie er sein Modell ins beste Licht rücken kann. Und die Ergebnisse gefallen mir.

Am dritten Tag wurden die Fotos der Teilnehmer begutachtet. Jede Menge Bilder zum Wiederholen des Stoffs mit Licht, Kopfhaltung, Körperhaltung usw. Und als Krönung haben wir uns selbst ins beste Licht gerückt in einer Gruppenaufnahme. Die gibt es dann nach dem nächsten Treffen. Für mich bleibt noch etwas Fleißarbeit, weil die Kollegen natürlich die Aufnahmen möchten, die ich von Ihnen gemacht hab. Das kommt noch, versprochen.

Martin Pfeifer, Ölgemälde vom Augsburger Künstler bei der malermanufaktur

Thomas I-III, Ölgemälde von Astrid Keller

Mehr Informationen finden Sie hier.

Gesellschaft

Es ist so eine Sache mit der Gesellschaft. Als gut abgehangener Single bin ich es gewohnt alleine zu sein mit mir und meiner Malerei. Ein Zustand, der teilweise gewollt, manchmal auch lästig war. In den vergangenen Monaten habe ich mich in den verpartnerten Zustand begeben. Davon abgesehen, dass es nach den vielen Jahren des alleine Lebens zeitweise doch schwierig ist, genieße ich die schönen Seiten. Die Malerei soll trotzdem nicht zu kurz kommen.

Also gab’s gestern den ersten Versuch, kreativ an der Staffelei zu arbeiten, obwohl Schatz da ist. Ich hätte ja schon gearbeitet, am Blog oder allgemein in malerischen Dingen, meint Schatz. Aber der kreative Prozess ist doch was anderes.

Bisher sah das so aus: Mühsam stehe ich nach ca. 2 Stunden Pause nach dem normalen Arbeitstag von der Couch auf. Ich mach mir Musik, oft klassisch aber auch gerne schmusig, ruhig. Ich lösche die Lichter im Wohnzimmer und beleuchte nur das Arbeitszimmer. Mit der Dunkelheit draußen ergibt sich eine Art Kokon in dem ich mich bewege. Ich singe mit, nicht wirklich melodisch, spreche mit mir über das was ich gerade tue, stehe auf, setz mich wieder hin. Finde Dinge gut oder schlecht. Ich laufe hin und her, geh Händewaschen obwohl sie in der nächsten Minute wieder voller Farbe werden. Ich murmle vor mich hin, geh nah an die Staffelei ran und in der nächsten Sekunde weit weg. Ich betrachte das Gemälde mit großen Abstand um den nächsten Pinselstrich aus nächster Nähe zu machen oder stehe so weit weg, dass ich mit meinem ausgestreckten Arm und dem langen Pinsel in meiner Hand gerade noch die Leinwand berühren kann. Und ich lasse mich auf die Malerei ein. Versinke in Farbe, Form und meiner Liebe zu dieser Tätigkeit.

Bislang immer im Alleingang.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es mein Wunsch ist in einem Schaufenster zu arbeiten. Ich möchte, dass man mir zusehen kann, bei dem was ich tu. Nix mit Mystik oder heimlichen, undurchsichtigen Aktionen. Da ich mir aber kein Ladenlokal leisten kann sitze ich noch immer in meinem ca. 12 qm großen Arbeitszimmer im 2. Stock in der Innenstadt und sperre die Welt aus. Dieser Blog ist mein einziger Weg mich mitzuteilen, zu zeigen wie sie geht die Malerei und wie es mir geht mit der Malerei, der Farbe und meinem Leben als Künstlerin.

Bis gestern. Gestern war alles anders.

Schatz bringt seine Welt in meine Welt. Verwirrt meine ‘Vorentspannung’, erzählt von seinem Tag, verwickelt mich in Diskussionen, verlockt mich mit Ablenkung. Aber, malen war ausgemacht und das wird durchgezogen. Das Anfangen fällt schwerer. Die Musik klappt, es gibt Carmen. Licht klappt schon nicht mehr so gut, sonst würde Schatz ja im Dunkeln sitzen, das wär ja blöd. Ich verkrümel mich ins Arbeitszimmer und versuche mich zu konzentrieren. Zigmal wische ich die Leinwand mit einem Tuch ab, wische Staubkörnchen weg, nehme Fühlung auf mit dem Bild. Ich versuche zu klären, wie es denn nun weitergeht, mit der nackten Frau vor mir. Ich suche mir die Farben zusammen und lausche. Lausche nach der Musik, nach den Geräuschen von Schatz und den Geräuschen in mir. Alles ist so unruhig in mir. Normalerweise stellt sich nach kurzer Zeit des Malens eine große Entspannung ein. Gestern war das nicht so, ich bin flattrig geblieben. Habe gearbeitet, war produktiv, nicht besser oder schlechter als sonst, aber eben unruhiger.

Dennoch, ein Anfang ist gemacht. Für mich wie für Schatz war diese Erfahrung neu. Seine Gesellschaft nach der Arbeit ist wohltuend, die Diskussion über das Kunstwerk auch. Er kämpft leicht mit dem impertinenten Geruch nach Ölfarbe und Balsam-Terpentinöl. Die klassische Ölmaltechnik stinkt, das wusste ich – nun weiß es Schatz auch. Schatz kann jetzt die geplante Motorrad-Tour auswendig, hat sich die Karte fotographisch im Gedächtnis eingepeprägt. Und bei Gelegenheit gibt’s einen zweiten Versuch. Die bekannte Ruhe bei der Arbeit wird sich bestimmt noch einstellen – später.

Es ist schwierig alle Dinge unter einen Hut zu bringen. Arbeiten gehen, Malen, Haushalt organisieren, Sport treiben, Freundschaften pflegen und jetzt auch noch Schatz.

Trotzdem – es ist schön, dass es Dich gibt Schatz.

Es gibt viel zu tun

Erst mal sollte ich fotografieren lernen, damit die Fotos künftig besser belichtet sind.

Dann sollte ich einige Gemälde in den Keller bringen.

Die nächsten Galerieleisten wollen befestigt werden, das wäre sehr schön, weil dann die Bilder nicht mehr rumstehen.

Für die nächste Ausstellung sollte ich eine Skulptur schaffen.

Für den Aktionstag sollte ich mir eine Vorgehensweise überlegen, wie ich ‘klassische Malerei’ präsentieren will.

Dann sollte ich natürlich malen, Rahmen bauen und den weiteren Verkauf organisieren.

Ach, ist das Leben nicht schön.

Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee 2008

In der Staatlichen Berufsschule/FOS Landsberg, Spitalfeldstraße 11, wird Kunst ausgestellt. Die Künstlergilde lädt zur

Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee

15. November, Samstag – Vernissage 15:00 Uhr

16. November, Sonntag – Ausstellung 14:00 – 17:30 Uhr

22. November, Samstag- Ausstellung 14:00 – 17:30 Uhr

23. November, Sonntag – Ausstellung und Aktionstag 14:00 – 17:30 Uhr

29. November, Samstag – Ausstellung 14:00 – 17:30

30. November, Sonntag – Ausstellung 14:00 – 17:30

4 Kunstwerke können angeliefert werden und wenn ich Glück habe nimmt die Kommission sie an und dann werden sie tatsächlich ausgestellt. Wenn ich Pech hab, dann kann ich meine Babies am Anlieferungabend wieder abholen. Das nennt man dann wohl Künstlerpech. Aber – ich stelle mich der Herausforderung!

Außerdem habe ich mich als Aktionskünstlerin angemeldet. Am 23. November werde ich mit Staffelei, Malequipment und guter Laune zeigen wie es geht, das Malen in klassischer Maltechnik. Ich bin schon sehr gespannt wie das alles abläuft, wer noch alles ausstellt und wer die Ausstellung besucht.

Begleitend zur Jahresausstellung gibt es eine Sonderausstellung unter dem Motto

Weich-rot 20×20

Erlaubt ist was gefällt, Malerei, Grafik, Plastik. Es sollte nur zum Motto passen und die Maße 20 x 20 cm nicht überschreiten.

Jetzt grübelts ganz gehörig. Fotografien hätte ich liefern können, aber das ist leider nicht erlaubt. Also weiterdenken. Ich möchte so gerne eine Skulptur machen. Sie sollte weich sein und rot und klein. Gar nicht so einfach.

Auf jeden Fall wird es ein tolles Erlebnis – ich freu mich drauf.

Achim – jetzt wird’s langsam

Fotokurs II

Knipsen satt. Man nehme eine Gruppe fotografierwütiger Menschen, gebe ihnen eine Aufgabe, das richtige Umfeld und dann geht’s los. Die Aufgabe ist das Portrait, also Mensch in klassischer Pose. Und so geht man vor.

Technik checken

Modell in Pose

Lächeln bitte

Focussieren

Und Schuss

Und dann das Ergebnis checken

Auf den Fotos sehen manche ziemlich ernst aus. Aber nur solange bis jemand eine ernste Aufnahme machen will. Dann wird’s richtig schwierig, weil wir sind ja RICHTIG ernst, nicht muffig. Und wenn Lächeln, dann bitte nicht zu viele Zähne zeigen. Und wenn man die Zähne schon mal gefletscht hat, dann kriegt man das breite Grinsen nur schwer aus dem Gesicht.

Und dann noch den Kopf leicht drehen und das Kinn nach unten, nein zu weit und bitte nicht direkt in die Kamera schauen. Der Bendel am Shirt ist auch noch im Weg. Und die Schulter ist zu hoch. Die Finger bitte nicht zu sehr spreizen. Schwerpunkt auf dem Standbein, das andere bitte ganz locker davor. Nein nicht lätschig, locker. Und die Rinde von der Birke darf die Haut ruhig berühren, von wegen Kontrast. Die Blätter sollten nicht zu verwelkt und dennoch bunt sein. Und ja kein Horizont der den Kopf durchschneidet. Und bitte Kontakt aufnehmen mit der Umwelt und dem Fotografen.

Ach schön war’s, Spaß hat’s gemacht. Und nächste Woche geht’s weiter.

René Magritte, 1898 – 1967

Der belgische Maler René François Ghislain Magritte studierte an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel. Nach Berufen wie Designer oder Zeichner in einer Tapetenfabrik, Plakatentwerfer uvm. ermöglichte es ihm die Galerie Le Centaure 1926 sich ganz der Kunst zu widmen.

1927 hatte er seine erste Einzelausstellung mit vorwiegend abstrakten Bildern, obwohl zu dieser Zeit bereits Arbeiten in der Nähe des Surrealismus entstanden. Zwischen 1927 und 1930 lernte Magritte in Paris die Surrealisten um André Breton, Paul Éluard kennen. Von den Bildern Giorgio De Chiricos war er besonders beeindruckt.

Magrittes bekannteste Werke sind realistisch umgesetzt aber von surrealem Inhalt. Er fordert den Betrachter zum Nachdenken und ‘Zweimalhinschauen’ auf. Was will uns der Künstler damit sagen: ‘Das ist keine Pfeife’. Meint er mit dem Satz den bemalten Grund? Steht der Schriftzug in Zusammenhang mit dem Bildobjekt? Oder sind beide Inhalte separat zu sehen? Oder ist es keine Pfeife weil es nur ein Gemälde einer Pfeife ist?

In Magrittes Bildern wird die Schwerkraft aufgehoben oder umgekehrt. Da wird Himmel zu Vogel,  nächtliches Licht zur Beleuchtung und der Maler zum Schaffer von Leben. Er setzt sich mit dem Wesen der Wirklichkeit auseinander. Magrittes Werke haben einen sachlich beschreibenden Stil, der auf jegliche Details verzichtet. Die vordergründige Erscheinung verbirgt das Geheimnis der Wirklichkeit und der Künstler versucht dieses Rätsel in seinen Werken zu lösen. Das Spiel mit realen Gegenständen, die in der falschen Zuordnung stehen und dadurch eine andere Perspektive und Sichtweise des Inhaltes ergeben, erzeugen eine traumhafte Atmosphäre.

Ein oft wiederkehrendes Motiv, ein mit Tuch verhüllter Kopf, geht auf den Selbstmord seiner Mutter in Kindestagen, 14 Jahre, zurück. Er sah den Leichnam seiner Mutter, der Kopf war vom Nachthemd verhüllt.

1930 kehrte der Künstler nach Brüssel zurück und wurde zum Mittelpunkt eines kulturinteressierten Freundeskreises. Seit den sechziger Jahren beeinflusste Magrittes Malerei Strömungen wie die Pop-Art und die Konzeptkunst. Darüber hinaus schuf Magritte Collagen, Photographien und Wandgemälde. Von 1929 bis 1966 war er als Redakteur mehrerer Zeitschriften und Zeitungen tätig, er drehte mehrere Kurzfilme.

Im Jahr 1959 war René Magritte Teilnehmer der documenta II in Kassel. 1967 wurde ihm vorgeschlagen, mehrere seiner Gemälde als Skulpturen ausführen zu lassen. Er zeichnete die Entwürfe, machte die Gussformen und signierte die Modelle.

Unerwartet starb René Magritte kurz darauf am 15. August 1967 in seiner Wohnung in Brüssel an Krebs. Sein letztes Bild blieb unvollendet bis zum Tod seiner Frau 1986 auf der Staffelei stehen. Er führte Zeit seines Lebens eine sehr bürgerliche Existenz und verließ kaum seinen Heimatort.

Experimente

Ich kann gar nicht genug kriegen von der BULB Funktion, vom Licht und den verschiedenen Facetten.

Entwurf

Eigentlich sollte ich einen Kandinsky auf eine Wand malen. Ein Kandinsky ist aber eben immer eine Kopie, also was abgemaltes. Da hab ich vorgeschlagen doch was eigenes zu machen, das sich an einen Kandinsky anlehnt. Und das ist nun der Vorschlag dazu. Bin mal gespannt ob der Entwurf in die Richtung geht, die sich meine Freundin wünscht.

Bei der Wahl der Formen und Farben habe ich mich an Kandinskys Farblehre gehalten. Also gelb ist ein Dreieck, Rot ein Quadrat, Blau der Kreis, Lila das Oval und Orange das Trapez. Kandinsky war schon der Überchecker was Farben, Formen und deren Komposition angeht.

Der erste Versuch, das erste gemeinsame Rantasten an ein mögliches Bild hat so ausgesehen.

Das war eine Gemeinschaftsproduktion zwischen meiner Freundin, 1 Flasche Prosecco und mir. Es hat riesig Spaß gemacht zu sehen, wie ein malerisch unbedarfter Mensch Farbe und Formen entdeckt.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Licht und Farbe, Farbe und Licht

Was mich an der Malerei fasziniert ist die Farbe. Das Objekt ist der Farbe untergeordnet. Auch der Akt ist nur Mittel zum Zweck, also nein, das klingt ganz falsch. Jedes Aktgemälde male ich weil es mir die Möglichkeit gibt, mich in Farbe zu suhlen.

Jetzt hab ich eine neue Kamera. Und die Farbe wird durch Licht ersetzt.

Die neuesten Experimente machen mir genauso viel Freude wie malen. Farbe und Formen entstehen, jeden Tag lerne ich etwas neues kennen.

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