Max Beckmann, 1884 – 1950

Der deutsche Maler Max Beckmann setzte einen figurstarken Stil der immer stärker werdenen Gegenstandslosigkeit seiner Zeit entgegen. Er lehnte den Expressionismus rundweg ab und konzentrierte sein Schaffen auf Interieur, Portrait und Selbstportrait. Obwohl er kurze Zeit Mitglied der Berliner Secession war, behielt er ein Leben lang eine große Abneigung geben Künstlervereinigungen.

Zu Kriegszeiten diente er als freiwilliger Sanitätshelfer. Zeichnungen aus dieser Zeit zeigen den Krieg schonungslos und in voller Härte. Nach Kriegsende wuchsen Beckmanns politische Interessen, zugleich studierte er Geheimlehren wie die Theosophie, die seit der Jahrhundertwende viele Künstler beschäftigte. Er fasste die Physiognomien seiner Zeit scharf ins Auge, suchte hier aber keinen Realismus, sondern, was er transzendente Sachlichkeit nannte.

1924 lernte Beckmann in Wien die junge Mathilde Kaulbach, Tochter von Friedrich August von Kaulbach, kennen, trennte sich von seiner Jugendliebe und ersten Frau Minna Tube und machte fortan seine neue Frau unter ihrem Wiener Spitznamen Quappi zu einer der meistgemalten und -gezeichneten Frauen der Kunstgeschichte.

1928 erreichte sein Ruhm in Deutschland den Höhepunkt mit dem Reichsehrenpreis Deutscher Kunst und einer umfassenden Beckmann-Retrospektive in Mannheim. Seine Kunst zeigt nun grandiose Formvollendung; sie verrät zudem den mondänen Erotiker, der Beckmann immer gern sein wollte. Diese Rolle ist eine der vielen Masken, hinter der der ängstliche und sensible Künstler sich versteckte.

Beckmann baute seine ausgewogenen Bildkonstruktionen aus einem Gitter von schwarzen Linien auf, die er in Bleistift und Kohle direkt auf die Leinwand vorzeichnete. Um 1930 brachen diese schwarzen Striche als Umrisslinien aus den Figuren hervor. Beckmanns Gestalten gewannen damit zusätzliche Wucht und Kraft, der Stil der späten zwanziger Jahre weitete sich aus.

Das Dritte Reich bracht für ihn die Wende. Er wurde aus einer Professur entlassen, der Beckmann-Saal im Kronprinzenpalais wurde aufgelöst. Max Beckmann war für die Nazis einer der meistverhassten Künstler; sie schmähten ihn in vielen Propaganda-Ausstellungen, die in ganz Deutschland begannen. Der Künstler verließ Frankfurt und lebte bis zu seiner Emigration in Berlin. Werke Beckmanns wurden in der 1937 in den Münchner Hofarkaden stattfindenden Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt.

Im selbstgewählten Exil Amsterdam malte er Selbstportraits wie Der Befreite, auf dem er Ketten sprengt. Erst im Sommer 1947 erhielten Max und Quappi Beckmann Visa für die USA. Dort unterrichtete er an mehreren Schulen und arbeitete an weiteren Triptychen.

1950 starb Max Beckmann an einem Gehirnschlag mitten auf der Straße in Manhatten.

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