Archiv für Mai 2008|Monatliche Archivseite
Kubismus, früh. 20. Jahrhundert
Der Kubismus war eine Kritik der realistischen bzw. der klassischen Malerei. Seine Methode war wesentlich die abstrakte Perspektive, für welche man Beispiele bereits in antiken Verfallsepochen oder bei Naturvölkern finden kann. Die Überschreitung der Perspektive, also dessen was uns in Abfolge an einem Gegenstand oder im Raum durch Erfahrung als wahrscheinlich gilt, führte im Kubismus zu einer Reihe neuartiger Versuche, Harmonie oder Einheit auf einer Bildoberfläche herzustellen.
Picasso, Duchamp, Braque
Es werden gewöhnlich zwei Methoden bzw. zwei Phasen des Kubismus unterschieden, nämlich einmal die Aufgliederung der Gegenstände in verschiedene Sichtweisen (Analytischer Kubismus) und eine Synthese aus verschiedenen realen Gegenständen, wie zum Beispiel Tapeten, Holz und Sand (Synthetischer Kubismus). Im synthetischen Kubismus (etwa ab 1912) bemühen sich die Maler nach der „Zerlegung“ wieder um den „Aufbau“ des Gegenstandes, allerdings unter Wahrung der errungenen Freiheit der Bildgestaltung. Sie bauen nun ihre Bilder aus wenigen größeren Flächen auf, mit strengen klaren Umrissen und kräftigen Farben. Durch Überschneidung der Flächen und durch knappe Schattenangaben deuten sie Körperlichkeit an, ohne doch den Eindruck von der Gebundenheit der Gegenstände an die Zweidimensionalität der Fläche zu verwischen.
Daraus ergibt sich, dass die Gegenstände sehr kantig und zersplittert wirken und nur mehr oder weniger Bezug zu den realistischen Formen der Dinge haben. Diese Darstellung ermöglicht es aber, diese gleichzeitig (simultan) aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten (Polyvalente Perspektive). Simultanität ist deswegen ein Leitwort des Kubismus. Oft erscheinen manche Bildteile transparent, wodurch simultan mehrere Ebenen sichtbar sind.
Die Vertreter des Kubismus empfanden die starke Betonung von Licht- und Farbwirkungen in den Werken dieser Zeit als sentimental. Im Gegenzug versuchten sie, sich den Gegenständen streng analytisch zu nähern. Besonders die Arbeiten des frühen Kubismus legen mehr Wert auf Formensprache als auf Farbigkeit. Daher sind sie meist in erdigen, schwachen, gräulichen Farbtönen gehalten.
Surrealismus, erste Hälfte 20. Jahrhundert
‘Über dem Realismus’ oder auch ‘jenseits des Realismus’ bedeutet das Wort Surrelismus. Es ist eine Suche der Wirklichkeit des Menschem im Unbewussten. Rausch- und Traumerlegnisse sind die Quelle. Die Bewusstseinserweiterung ist das Ziel, also eine anarchistische und revolutionäre Kunst- und Weltauffasstung. Bevorzugte Arbeitsweisen waren:
Man kann den Surrealismus in 2 Unterarten unterteilen:
1. veristischer oder auch kritisch-paranoischer Surrealismus (Vereinigung nicht zusammengehöriger Dinge, verdrehte Perspektiven, wie man sie z. B. von Salvador Dalí kennt), genannt Enttextualisierung
2. abstrakter oder absoluter Surrealismus (dasselbe Prinzip wie oben genannt nur ohne jeglichen Realismus, wie z. B. in Bildern von Joan Miró)
Heute wird jeder Stil als surrealistisch bezeichnet, der Reales mit Traumhaftem oder Mystischem verbindet. So beansprucht auch das Irreale oder der sinnlose Zusammenhang den gleichen selbstverständlichen Realitätscharakter, wie die alltägliche Wirklichkeit, die selbst oft surreal oder absurd scheint. Surrealistische Bild- und Traumwelten haben durch Werbung und Massenmedien als kommerzielle Produkte den Weg in den Alltag gefunden (z. B. zeitgenössisches Spielzeug). Doch auch in der zeitgenössischen Malerei ist der Surrealismus (wieder) lebendig.
Pop-Art, Mitte 20. Jahrhundert
Die Motive der Pop-Art sind dem Alltag entnommen, Konsum, Massenmedien und Werbung. Von den Künstlern wurde Pop-Art oft als Antikunst bezeichnet, die sich dem Trivialen zugewandt hat. (Warhol, Lichtenstein, Johns)

Der Popkünstler fordert die absolute Realität, das heißt, dass alle Elemente rein, klar definierbare Gegenstands-Elemente sein müssen. Die meisten Formen werden wie in Comic-Heften mit schwarzen Linien umrandet. Oft sind die dargestellten Gegenstände wie in einem Plakat ohne Tiefe, also flächig dargestellt. Die Farben sind immer klar, es werden meistens nur die unbunten- und Primärfarben angewendet.

Pop-Art ist eine Verknüpfung von Realität und Kunst, die mit eigenen abstrakten Mitteln hantiert.
Leda mit dem Schwan

Rubens
Barock, 17. und 18. Jahrhundert
Die Technik der barocken Maler, Rembrandt, Rubens, Vermeer uvs. war ähnlich der meinen. Leinwände aus Leinen, Kreidegrund, lasierender Farbauftrag. Für Deckengemälde galt natürlich die klassische Freskomalerei, Farbauftrag auf den nassen Putz. Beim Trocknen verbinden sich Farbe und Putz unlöslich.

Durch perspektivische Verkürzungen erreichte man dabei außerordentliche Tiefenwirkungen und weitete auf diese Weise die Räume illusionistisch aus. Ein bewegungsreicher Figurenstil, kontraststarke Farben und die Betonung von Licht und Schatten ließen eine Malerei entstehen, die bei allem Naturalismus ihre Verwandtschaft mit prunkvollen Theaterdekorationen nicht verleugnen kann.

Hauptthemen waren die Darstellung des Göttlichen und des Weltlichen, Historienbilder und die Sagen der Antike, alle vorgetragen mit echter Naivität und Lebendigkeit.

Anna

Renoir
Impressionismus, spät. 19. Jahrhundert
Die Impressionisten, Monet, Degas, Renoir uva., bevorzugten helle, reinbunte Farben und setzten komplementäre Kontrastfarben als Flecken eng nebeneinander, so dass diese bei der Betrachtung aus einiger Entfernung ineinander fließen. Dadurch kann ein Effekt optischer Farbmischung eintreten, so dass im Auge des Betrachters eine Mischfarbe wahrgenommen wird.

Sie malten nasse Farbe auf nasse Farbe, statt darauf zu warten, dass nacheinander aufgetragene Schichten trocknen. Dies führte zu weicheren Konturen und interessanten Farbübergängen. Nachteil: stärkere Rissbildung, die hingenommen wurde. Der Farbauftrag war kurz, stark, strichelnd manchmal sogar punktartik (Pointilismus). Die Farbmischung findet auf der Leinwand statt, beim Betrachter. Die Farbe wurde zum primären Gestaltungsmittel, graphische Elemente traten in den Hintergrund.

Lichtreflexion, Spektralfarben erhalten eine neue Bedeutung. Das Licht wird stark betont, Tages- und Jahreszeiten werden hervorgehoben. Die Bilder sind skizzenhaft, die Essenz des Objekts wird hervorgehoben. Ihre Bilder wirken oft ausschnitthaft. Damit soll nicht das gemalte Objekt als Ganzes, sondern die Wirkung des Lichts auf ihm betont werden. Darüber hinaus verleiht das dem Bild einen spontanen, flüchtigen Charakter. Bildtiefe entstand durch Größenstaffelung, Farb- und Luftperspektive.

Akt mit Katze

Marc
Expressionismus, Anf. 20. Jahrhundert
Beim Expressionismus geht es nicht um wirklichkeitsgetreue Weitergabe von Eindrücken und schöne Formen. Wichtig sind die Gefühle, Regungen, Emotionen, die sich in der Malerei ausdrücken. Ein Motiv wird interpretiert. Es wird auf das Wesentliche reduziert, in ungemischten Farben und einfachen Formen dargestellt. So vielfältig wie die Menschen, so vielfältig sind auch die daraus entstehenden Stilrichtungen. Es geht um die geistige Haltung, die den Expressionismus ausmacht.

Die bekanntesten Vertreter sind sicher die Maler der Künstlervereinigungen ‘Die Brücke’ oder ‘Der Blaue Reiter. Franz Marc, August Macke, Wassily Kandindsky, Paul Klee.

Weg von der Form kann der Expressionismus sich ins abstrakte steigern.

Vernissage
Unter dem aus dem Französischen entlehnten Begriff Vernissage versteht man die feierliche Eröffnung einer Kunstausstellung.
Das Wort Vernissage stammt vom französischen le vernis, „der Firnis“, „der Lack“. Ursprünglich firnissten die Künstler an einem solchen Anlass ihre Bilder und gaben ihnen damit den letzten Schliff. Das Lackieren bzw. Aufbringen des Firnisses als Abschlussarbeit vor einer Ausstellung bezeichnet man daher als Vernissage.
Dies bot zumeist Gelegenheit, das Ende der Arbeit an einem Bild – oder einer Bilderserie – mit einem kleinen Fest zusammen mit Freunden oder den Auftraggebern zu würdigen.
Liegender Akt

Pechstein
Ausstellung Galerie am Reformhaus Juni/Juli 2008
Das Leben ist bunt!
So heißt die Ausstellung meiner Bilder im Juni/Juli 2008 beim Reformhaus am Hinteranger in Landsberg.
Gezeigt werden Farbkompositionen, zwei Akte und ein Portrait.
In den vergangen Wochen habe ich Freunde und Bekannte um drei Farben gebeten. Drei Farben, die ihnen spontan einfallen, besonders gut gefallen oder die für sie harmonieren. Diese Menschen sind die Namensgeber meiner Bilder. Peter I-III bedeutet also, dass Peter den Farbwunsch rot, blau, lila hatte und dass ich eine Bilderserie mit 3 Bildern gemalt habe.
Es wird keine klassische Ausstellung, da es keine klassischen ‘Räumlichkeiten’ gibt. Vielmehr hängen meine Bilder in Schaukästen im Zugangsweg zum Reformhaus. 14 Schaukästen mit Kunst. Angefüllt mit Claudia, Francoise, Mikel, Grit, Wolfgang, Anke, Kira und vielen anderen. Mit Menschen, die mir in meinem Leben viel bedeuten, die mir wichtig sind, die mein Leben geprägt haben oder noch immer prägen.
Und so bunt wie die Bilder der Menschen in meinem Leben, so bunt sind die Menschen, deren Bildnisse ich gemalt habe. Sie finden einen ’schwarzen Mann’, eine ‘weiße Frau’ und eine ‘japanischen Frau’.
Impressionen von der Ausstellung finden Sie hier.
Das Leben ist bunt!

Ich freue mich auf Ihren Besuch.![]()
Astrid Keller, Malerin
Liegender Akt

Beckmann
Ausdruck
„… jetzt wo sich in Ihrem Leben so viel tut haben sie sicher jede Menge Stoff zum malen“.
So die Worte einer Bekannten in den letzten Tagen. Leider sind die aktuellen Ereignisse eher tragisch als erfreulich. Trotzdem hat mich dieser Satz zum Nachdenken gebracht. Was will ich eigentlich mit meiner Kunst sagen? Was sehe ich darin? Was inspiriert mich? Wie sehe ich die Welt? Und was hat Kunst damit zu tun?
Ich liebe die schönen Dinge des Lebens. Mode, Designerschuhe, Theater, laute Musik, Harmonie, ein geiles Auto, nackte Haut fühlen. Die Freuden den Lebens haben’s mir angetan, diese Freuden fließen in meine Bilder, machen sie farbenfroh, harmonisch und schön.
Die oft von anderen Künstlern gepriesene Revolution, Provokation und Aggression sucht man bei mir vergeblich. Zu viel Zeit meines Lebens habe ich mit Angst, Unterdrückung und Anpassung verbracht. Ich lasse nicht zu, dass meine Malerei von diesen oder ähnlichen Dingen beeinflusst wird. Es wird wohl so sein, dass mir die Gelassenheit für Malerei in nächster Zeit etwas fehlt. Verändern werde ich meine Intention dennoch nicht.
Ich will unterhalten, erfreuen, ausdrücken was das Leben schön macht.
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