Kunstmesse

Jetzt geht’s los. Ich besuche eine Kunstmesse. Bevor ich selbst als Aussteller vor Ort sein werde mache ich mir ein Bild von der Veranstaltung.

Galerien zeigen die Werke Ihrer Künstler. One-artist-shows sollen auch da sein. Wie das funktioniert hab ich noch nicht verstanden. Macht ja nix, bin ja nur Besucher. Wir schlendern durch breite Gänge, schauen rechts und links. Gedämpftes Gemurmel – was will uns der Künstler damit sagen? Ich habe das drängende Bedürfnis zu sagen, dass der Künstler nur aus Versehen die falsche Farbe erwischt hat und es nicht mehr ändern wollte. Oder vielleicht hatte er einen schlechten Tag. Oder er hatte einen besonders schönen Tag. Also nix mit Spannungsaufbau, Tiefenwirkung oder Ausdruck der Seele. Aber ich schätze mal ich bin besser still.

Es gibt viele moderne, abstrakte Gemälde. Viele neue, manchmal auch sehr interessante Techniken. Nur die wenigsten gefallen mir, ist ja klar. An meine Kunst kommt keiner ran. Für die ‘Barbypuppenkollage’ fehlt mir jedes Verständnis. Und das liegt nicht nur daran, dass die Puppen in Gips gegossen wurden und die Köpfe fehlen. Macht aber nix, bin ja nur Besucher.

Große Gemälde sind in der Überzahl. Von Acryl bis Ölgemälden ist alles da, von fotografisch genauen Arbeiten bis zu abstrakter Kunst nach dem Motto ‘Wassolldasdennsein’. Die Darbietungen auf den Skulpturenplätzen sind teilweise recht unterhaltsam. Die Preischildchen an den Kunstwerken auch.

Auffallend ist, dass es wenig zum Mitnehmen gibt. Nichts für Jäger und Sammler. Nicht mal was für Prospektaufbewahrer.ikon_internet_721.jpg

Aber das macht ja nix, bin ja nur Besucher.

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