Wie alles begann
Akt malen, eine nackte Frau malen – das wär’s, das will ich tun können. Mit dieser Idee hat alles begonnen. Irgendwann, nach Blumenwiese, Vulkan und einigen Abstraktionen hab ich mich dann getraut.
Beherzt hab ich mich an eine fertige Leinwand gestellt (keine spezielle Grundierung – Fertigware). Da ich nicht weiß, wie man Hautfarbe macht, mal ich die Frau einfach grün. Nach einer einfachen Vorzeichnung mit Bleistift (böser Fehler) geh ich mit Ölfarbe drauf. Und weil ich es so gewöhnt bin verwende ich eine Spachtel und keinen Pinsel.
Und dann geschieht es. Das, was seither immer geschieht, wenn ich einen Akt male. Ich seh mir die Vorlage an und male, wieder die Vorlage und malen, Farbe wechseln, Vorlage, malen, schauen, weitermalen. Der Zeitbegriff hört auf, ich vergesse was um mich geschieht, summe leise die Musik mit, die läuft und schaue, suche eine Farbe aus und male. Und plötzlich ist es eine Frau, oder ein Mann.
Wie konnte das geschehen?
Ich hab es selbst gemacht, ich war dabei! Und trotzdem, was ist geschehen?
Bis heute fasziniert mich dieser Vorgang, hält mich an der Staffelei fest.
Und bis zum heutigen Tag stehe ich Nachts auf, und schau mir die Frau an, die ich am Vorabend gemalt habe. Ich sitze davor, staune und freu mich.
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