Archiv für Februar 2008|Monatliche Archivseite

Fertig

Hier noch etwas Florentinerrot und da noch etwas Lasur-Cyan und dann bin ich fertig mit dem Bild. Nein, halt, das sieht ja ganz schlecht aus. Also Lasur-Weiß und noch einmal Silber-Pigment. Verflixt, wenn das jetzt so aussieht, dann muss ich hier auch noch mit weiß und silber ran. Na macht nix, dann eben hier auch noch und wenn ich schon dabei bin, dann auch noch gleich hier blau und da rot.

Haaalt, Abstand zum Bild gewinnen. Nur nicht zuviel machen. Die Gefahr in den letzten Minuten mehr zu versauen als gut zu machen ist groß. Also, Abstand, schauen, Pinsel weglegen und Ruhe bewahren.

In so einem Fall bin ich ganz froh, wenn in der Waschmaschine noch Wäsche liegt, die aufgehängt werden muss. Ein guter Grund zum Weggehen vom Bild. Was anderes sehen und nach getaner Arbeit mit frischen Blick draufschauen.

Also hier noch und da noch und noch ein frischer Pinsel, weil die anderen sind ja schon versaut. Und dann ruft Gott sei Dank jemand an und ich muss weg vom Bild. Ich vertröste den Freund noch kurz um mir das Bild in Blickrichtung zu stellen und dann kann ein entspannter Blick darauf fallen.

Und siehe da, es ist doch schon fertig. Niemand wird die Veränderungen sehen, die ich noch vornehme. Laß gut sein.ikon_internet_7212.jpg Schließ ab. Signieren und fertig.

Klingt einfacher als es ist.

Claudia – in Arbeit

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Rahmenbespannung

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Astrid I-III

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Ein Arbeitstag

Woran man einen Arbeitstag erkennt?

Auf dem Frühstückstisch steht flüssiger Kreidegrund noch vor einem Frühstück. Akkubohrer, Tacker, Lineal, Schrauben und Haken liegen daneben. Die frisch geleimte Oberfläche einer Leinwand wird abgeschliffen, vor dem Zähneputzen. Bevor mein Gesicht gewaschen wurde ist es schon voller Kreidestaub. In der Küche stapeln sich Schachteln mit Titandioxyd, Zinkoxyd, Marmormehl und Hasenleim.

Begleitend zur Tasse Tee gibt es Firnis aus Bienenwachs und Balsam-Terpentinöl. Es wäre fatal daneben zu greifen. Für das Bild und für den Magen.

Es wird grundiert, gefirnist, Haken werden angebracht, Bilder werden abgehängt und wieder aufgehängt. Eine Liste mit Bildern entsteht, die demnächst fotografiert werden.ikon_internet_7211.jpg

Kurz gesagt, viele kleine Handgriffe, die dazu gehören um ein Kunstwerk zu schaffen. Ein echter Arbeitstag hat begonnen.

Francoise – in Arbeit

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Wie im richtigen Leben

Bei der Malerei muss man sich einlassen. Einlassen auf die Verpflichtung etwas zu Ende zu bringen. Einlassen auf das Risiko, dass etwas nicht so wird wie man es gerne hätte. Einlassen auf einen möglichen Mißerfolg.

Manchmal sitze ich vor einer leeren Leinwand und trau mich nicht anzufangen. Dann habe ich Angst mich festzulegen, auf das, was mich die nächsten Wochen begleiten wird. Und ich weiß nicht was die Zeit bringt. Vielleicht gefällt mir der Weg nach der 5. Malschicht nicht mehr. Oder ich erkenne, dass ich von Anfang an einen Fehler gemacht habe, im Bildaufbau, in der Farbwahl oder viel früher in der Wahl des Bildformats.

Ich hab mal eine Kamera gemalt, sie ist richtig gut, aber leider viel zu klein. Oder die nackte Frau, die noch im Atelier hängt, der Bildaufbau ist stinklangweilig, ich werde sie vom Rahmen nehmen müssen.

Trotzdem muss ich mich einlassen. Nicht jede Idee ist wirklich gut. Und wenn ein Bild nichts wird muss ich es irgendwann verloren geben. Dann ist der Katzenjammer erst mal groß, aber nach ein paar Tagen finde ich mich ab und fang was Neues an.

Wie im richtigen Leben.

Akt – früher

Michelangelo, Tizian, Goya, Boucher, Rembrandt, Rubens und wie sie alle heißen. Sie alle haben Akte gemalt. Teilweise in Lebensgröße! Sie haben den Menschen studiert, Anatomie gelernt, haben sich durch Stapel von Vorskizzen gewühlt. Mit verschiedenen Techniken Kunstwerke geschaffen, die Jahrhunderte überdauern. Sie haben in verschiedenen Epochen den Zeitgeist festgehalten, haben das jeweilige Schönheitsideal auf Leinwand gebannt. Groß, monumental oder auch zart und handlich.

Ihre Kunstwerke sind in den großen Museen der Zeit zu betrachten. Und ich kann lange vor einem Akt stehen und mich freut alles daran: Die kunstfertige Ausführung, die Darstellung der Frau, der Faltenwurf (das Wort allein ist schon eine Wohltat), die Farben, die Tatsache, dass das Bild steinalt ist, oft auch die Größe des Gemäldes, die Mythologie, der Respekt vor der Leistung, der Geduld, dem Zeitaufwand.

Vom Können der großen Meister bin ich weit entfernt. Was mich mit Ihnen verbindet ist die Leidenschaft. Sie wollten eine Botschaft vermitteln, ihren Lebensunterhalt bestreiten oder einfach nur malen.ikon_internet_7210.jpg

Das will ich auch!

Grüne Frau

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Wie alles begann

Akt malen, eine nackte Frau malen – das wär’s, das will ich tun können. Mit dieser Idee hat alles begonnen. Irgendwann, nach Blumenwiese, Vulkan und einigen Abstraktionen hab ich mich dann getraut.

Beherzt hab ich mich an eine fertige Leinwand gestellt (keine spezielle Grundierung – Fertigware). Da ich nicht weiß, wie man Hautfarbe macht, mal ich die Frau einfach grün. Nach einer einfachen Vorzeichnung mit Bleistift (böser Fehler) geh ich mit Ölfarbe drauf. Und weil ich es so gewöhnt bin verwende ich eine Spachtel und keinen Pinsel.

Und dann geschieht es. Das, was seither immer geschieht, wenn ich einen Akt male. Ich seh mir die Vorlage an und male, wieder die Vorlage und malen, Farbe wechseln, Vorlage, malen, schauen, weitermalen. Der Zeitbegriff hört auf, ich vergesse was um mich geschieht, summe leise die Musik mit, die läuft und schaue, suche eine Farbe aus und male. Und plötzlich ist es eine Frau, oder ein Mann.

Wie konnte das geschehen?

Ich hab es selbst gemacht, ich war dabei! Und trotzdem, was ist geschehen?

Bis heute fasziniert mich dieser Vorgang, hält mich an der Staffelei fest.ikon_internet_729.jpg

Und bis zum heutigen Tag stehe ich Nachts auf, und schau mir die Frau an, die ich am Vorabend gemalt habe. Ich sitze davor, staune und freu mich.

20 Pinsel

Ich hab es getan. Ich habe gemalt. An sechs Bildern bin ich eine Stufe weiter. Während ich male habe ich manchmal das Gefühl als würde ich trotz Farbe und Pinsel am Bild nichts verändern. Gott sei Dank hängen daneben die anderen Bilder der gleichen Serie und ich kann sehen, wie stark die Weiterentwicklung ist. Dann verschwindet das Gefühl, als ob das Bild immer schon so ausgesehen hätte. Hat es natürlich nicht, ich kann es beweisen, ich dokumentiere jeden Arbeitsschritt.

Und 20 Pinsel sind voller Farbe und mein Atelier riecht nach Leinöl und die Farbpalette ich verschmiert, meine Finger auch und manchmal auch die Klamotten. Also wird sich schon was geändert haben.

Nach vollbrachter Arbeit bleiben mir die 20 Pinsel, die gesäubert werden müssen und der Geruch bleibt auch eine ganze Weile erhalten.

Wofür 20 Pinsel? Ich habe an 2 Bilderserien gearbeitet, jede besteht aus 3 verschiedenen Farben, jede Farbe besteht aus einem hellen, einem mittleren und einem dunklen Farbton. Und einen Pinsel brauche ich um die Farben zu verwischen.

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Rahmenbau

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Ich muss arbeiten

Wie konnte ich nur solange nicht malen.

Vom letzten Einkauf liegen Rahmenleisten rum, die zusammengebaut werden müssen. Leinen will zugeschnitten werden und auf die Rahmenleisten gespannt. Der Hasenleim ist schon seit Tagen fertig.

Die Verena-Bilder brauchen unbedingt, schnellstens einen Farbauftrag mit Cäsarenpurpur und Lasur-Cyan. Außerdem will ich wissen wie der neue Farbton Kadmiumorange auf dem Bild aussieht.

Und erst die Kira-Bilder. Heliogrün ist neu in meinem Farbsortiment und außerdem muss ich unbedingt den hellen Außenbereich weiter rausarbeiten. Und die dunklen Tiefen natürlich auch.

5 Bilder wollen gefirnist werden. In 14 Tagen bin ich mit meinen Kunstwerken beim Fotographen.

Am Boden liegt die Kopie der neuen Nackten, die ich malen werden. Und sie wird ein Traum, das weiß ich jetzt schon. Die Leinwand ist schlappe 1,00 m breit x 80 cm hoch. Also mal wieder was richtig großes. Und den Faltenwurf, in den ich die Lady setzen möchte, muss ich erst noch erfinden.

Und die japanische Frau braucht dringend eine Schicht Balsam-Terpentinöl – oder besser zwei.

Und die weiße Frau würde gerne ihre schiefe Nase loswerden und die Haare sollten auch filigraner werden.ikon_internet_728.jpg

Ich muss unbedingt arbeiten – gleich heute.

Kira I-III – in Arbeit

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Liegender Akt

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Modigliani

Es reicht nicht

Nichts reicht aus:

Die Leinwände: Alles ist verbraucht, in Arbeit oder für die jetzige Aktion ungeeignet. Ich muss einkaufen.

Das Geld: Wenn ich schon wieder einkaufen muss, dann muss ich schon wieder Geld ausgeben – woher nehmen und nicht stehlen? 

Die Zeit: Ich könnte noch tausend Stunden mehr an der Staffelei verbringen.

Mein Verstand: Bei einem Computer würde man sagen er ‘hängt’, oder vielleicht passt auch der Ausdruck ’tilt’. Mein Kopf kommt nicht mehr mit – ich brauche eine Pause.

Seit 8 Wochen fahre ich mit ‘Vollgas auf der Überholspur’. Arbeite wie besessen, schlafe wenig, rauche, trinke und ertrinke in Post it Klebern. Wo ich hinschau sind Ideen festgehalten, stehen To do’s auf einer Liste oder liegt eine Mappe mit Arbeit. Ich brauche wirklich eine Pause. Diese Woche nehme ich mir malfrei. Bin sowieso kaum daheim. Also passt das, vielleicht komm ich von der Dienstreise wieder klar zurück. Dann noch ein Tag Erholung und am Freitag, spätestens am Samstag mach ich weiter.

Auch das gehört zum Malen.

Flugzeug

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Chaos

Generally everybody thinks that an artist always live is some sort of mess. Disorder belongs to the creative process. To some extent we think an artist keeps his environment in a bedraggled condition. In my studio this is not the case. And also in my live this is not the case. I need to keep me live in a good order, my brain and my studio as well. Of course every phase of creativity gets along with some kind of disorder. Ideas are coming out of my mind like mushrooms which are comming out of the ground and images appear in my head. There’re not enough hands to do the lot of things I want to do and the need to sleep is getting less important.

But when the amount of preparatory drawings increases, when every place on the floor is occupied by a canvas, when the place in the studio in no longer enough and the living room transforms into a studio a strong will to overcome the disorder comes up. Then I move furniture to get additional space at the walls, I put up the canvases at the wall – one closely besides the other – and I put away all the tubes of colors back to their drawer. Suddenly the danger of trip hazards are eliminated.

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In this environment I can continue to work. Then again I have the necessary space to go around, to reflect and to observe. It’s an internal and external movement – an internal and external regularity.

Apfel I

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A basis has been created

A basis has been created. In the process of painting I always come to this moment sooner or later. After applying layers of paint and after waiting until they dry a breakthrough will be reached. Already with the first layer of paint we determine the color and shape of the final creation. With the following layers shapes will be refined and the colors are getting more intensive. We cannot see much from the final product now. Again and again I apply layers of paint, changing the initial colors and the variety increases.

Then finally we can guess how the painting will look like at the end. Maybe it is just me who can see it. In any case – the direction is right. The combination of many colors, one on top of the other results in a deepness and solidity. Now it doesn’t last much longer and anybody can see what has been in my mind for a long time.

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