Sommerhitze
Jetzt ist es amtlich – es ist Sommer. Gestern hab ich den Esstisch von der Maldecke befreit. Aquarallfarben, Pinsel und Zubehör sind im Schrank untergebracht. Endlich haben wir die lauen Sommernächste, die mich nicht zum arbeiten sondern zum faulenzen anregen. Bei der Vorstellung unter die Lampe zu sitzen und zu malen komm ich schon ins schwitzen.
Sommerpause
Es geschieht ja nie viel im Sommer. Nach dem starken Tatendrang der vorigen Wochen hätte ich gehofft, dass ich diesmal meine Arbeitslaune über die heißen Tage rette – aber nein. Macht nix. 
Ich kenn da jemanden
… und wenn nicht. Dann stehst Du als Künstler ganz schön blöd da.
Wenn ich jemanden kennen tät, der mich coachen tät. Der dafür sorgen würde, dass meine Bilder in wichtige Ausstellungen kommen. Jemanden, der mir die schlappen 5.000,- EUR gibt, damit ich bei der Biennale in Florenz teilnehmen kann. Jemanden, der weiß, wie der Hase läuft. Jemanden, der mich berät, mir auf die Sprünge hilft.
Dann wär ich nicht so demotiviert. Manno. Ich will auch jemanden kennen.
Kunst-Studierte unter sich
Meine Bemühungen in irgendeinen Verein reinzukommen sind nicht gerade von Erfolg gekrönt. Der BBK und die GEDOK haben mich schon abgelehnt, ich habe darüber berichtet. Neu in der Reihe der malermanufaktur-Verschmäher ist das Internet Portal artports.
Wieder einmal musste ich mich bewerben. Wieder einmal bin ich abgelehnt worden.
Das A und O für eine Teilnahme dieser Vereine ist ein Kunststudium. Ich hab aber nicht studiert. Damals, als ich die Qual der Wahl hatte, die volle Auswahl aus den Dimensionen der Berufe. Damals kam eine klare Ansage: Lern was gescheites, als Künstler kann man nicht überleben. Ein Studium war von vorn herein indiskutabel. Und eine Ausbildung als Maler, Kunstmaler, Restaurator, Schreiner, Tischler, Kunsttischler oder was auch immer wurde von elterlicher Seite rigoros abgelehnt. ![]()
Und so bleiben die Kunst-Studierten unter sich. Und ich bleib außen vor. Grrrr
Regentag
Jetzt sieht es so aus, von meinem Fenster aus. Den Schnürlregen konnte ich nicht wirklich einfangen, aber die nassen Dächer kann man sehen. Der weißliche Himmel ist erst seit wenigen Minuten so, nachdem das tägliche Morgengewitter abgezogen ist.

Sommernacht
Man kann es kaum glauben, aber wir hatten dieses Jahr schon eine Sommernacht. Eine Nacht, in der die Menschen durch die Straßen flanieren, den warmen Abend genießen, in Straßencafes sitzen und schwatzen. Es gibt auch einen Beweis dafür:


Wo ist sie denn?
Wo ist sie denn, die Motivation? Grad war sie doch noch da und nun ist sie weg. Wenn es so weitergeht, kann ich den Esstisch wieder zum Esstisch umbauen. So schön ist die alte Decke auch nicht auf dem Tisch.
Oberausrede: Es ist eh Sommer, da geht nicht viel. 
Licht an!

“Lichter im Dunkeln, kann man doch inzwischen sehen?”
“Dunkel wird’s langsam”
“Muss es werden, dann sieht man das Licht besser!”
“Mach doch einfach einen Lampe an”
“?!?”
“Schon gut”
Lights
Vorzeichnung Lights
Das Gemälde wird ziemlich groß. 1,20 m x 1,00 m. Und die Aquarellschichten sollten liegend aufgetragen werden, weil ich keine Tropfen auf dem Bild will. Mein Esstisch ist mit dem Format fast überfordert. Das kann ja was werden, wenn ich mich an 1,50 x 1,00 m rantraue.
3D an der Wand
Jetzt hängen Sie rum, die nächsten 6 Gemälde nach dem Motto 3 D. Wer genau hinschaut sieht 3 Gemälde bei denen die obere Fläche der Quadrate Orange ist und 3 Gemälde mit grünen Flächen. Damit ich weiß auf was ich mich zu bewege hab ich ein fertiges Bild mit gelber Fläche dazu gestellt.
Ich hab große Mühe bei jedem Bild auf einheitliche Linien zu achten. Es wird ein heilloses Durcheinander geben.
Ich hab es getan!
Ich habe bei 5 Galerien angerufen und wollte meine Bilder prästieren. Um diese Gespräche hab ich mich ziemlich rumgedrückt. Es ist unglaublich, wie wichtig manche Dinge werden, wenn man etwas anderes nicht tun will. Ich musste vorher noch aufräumen, das Bett machen, saugen und hätt beinahe noch meine Mom angerufen ….
Aber dann hab ich mich der Aufgabe gestellt. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass die Galeristen sich hochjubelnd auf mich stürzen. Und nein, es ist nichts positives rausgekommen außer der Erfahrung an sich. Hier die Antworten:
- Ich führe nur Kunst von 1906 – 1930.
- Ich nehme keine neuen Künstler mehr auf.
- Ich führe meine Galerie nur noch im Internet.
- Ich nehme keine contemporary Art.
- Was, erst 2 Ausstellungen – das können Sie vergessen.
Alle Gespräche waren ruck zuck beendet. Und nach 5 Absagen hatte ich genug. Aber – ich hab es getan!![]()
‘Lights’ – einen Namen gibts schon

“Lights?”
“Ja, ‘Lights’ ist doch logisch, weil ich doch Lichter male”
“Lichter?”
“Ja, die Lichter aus des Fotoexperimenten. Die Bilder sind doch beim Autofahren entstanden. Autolichter im Dunkel beim Fahren!”
“Autolichter im Dunkeln beim Fahren – schon gut”
“Manno, guckst Du hier”

Bild ohne Rahmen
Die beiden ‘Sticky’-Bilder sind übrigens 3D. Will sagen, sie werden keinen Rahmen bekommen, weil der Rand auch bemalt wird. Ich hab die Bespannung nicht am Rand befestigt, wie üblich, sondern hinten. Der Rand wurde mitgrundiert und nun hoffe ich, dass die Grundierung hält, auch an den Seiten und an den heiklen Ecken. Wenn die Farbe mal komplett aufgetragen ist, wird das Kunstwerk etwas unempfindlicher, aber bis dahin ist äußerste Vorsicht geboten.
Annäherung
Brombeer soll rauskommen, hellgrau und dunkelbrau, vielleicht mit etwas grün. Is scho recht. Dann näher ich mich mal etwas an.

Was’n das da

“Das ist die erste Vorzeichnung für die neuen großformatigen Bilder!”
“Aha”
“Ja, weißt doch. Angelehnt an die Fotoexperimente möchte ich Bilder malen!”
“Aha, experimentelle Fotografie”
“Ja was nun. Das wird schon noch. Man kann ja noch gar nichts erkennen”
“Nein, kann man nicht”
“Schon gut”
Sticky, 2-teiliges Ölgemälde abstrakt in Arbeit

Mal kein Trio sondern ein Duett. Zwei Gemälde, die eindeutig in Verbindung stehen. Das ist der erste Wurf, ich bin selbst gespannt wie es weitergeht. Das Motiv ist nicht flächig angelegt, sondern erkennbar wenn man den Titel gelesen hat.
Neuland, eine Entdeckung, ein Abenteuer und ich weiß nicht wie es ausgeht. 
Brombeer, hellgrau und dunkelgrau



Also, Familie, ich bin dran an brombeer, grau und weiß. Vielleicht schaff ich es ja zu Weihnachten, so wie beim letzten mal. Ich geh allerdings nicht davon aus, dass Familie das nicht liest, sie werden überrascht sein und von nichts wissen, wenn sie die Bilder dann sehen.
Aber, macht ja nichts. Manchmal fehlt die Aufmerksamkeit gerade von Seiten, von denen man sie ganz besonders erhofft. ![]()
Mach doch mal
“Hey, die Bilder sind gut geworden. “
“Danke”
“Mach doch gleich noch welche für den Gang”
“?”
“Na wenn das so lange dauert geb ich sie besser gleich in Auftrag”
“???”
“Sie sollten so lila sein, oder brombeer und am besten mit grau und weiß für den Gang. Ach ich geb Dir einfach ein Blatt mit!”
“Danke”

Als ob ich nichts anderes zu tun hätte als Bilder für lau zu machen und zu verschenken??? Was tut man nicht alles für die Familie. 
Da staubt’s
Auf meinem Esstisch staubt’s. Von den Grundierungen und Vorzeichnungen ist der Esstisch noch immer mit der Arbeitsdecke zugedeckt. Und die Arbeitsdecke ist schon ziemlich sehr (unglaublich sehr) eingestaubt. Sollte ich aus Versehen draufklopfen oder mir fällt was auf den Tisch dann fliegen ganze Wolken hoch. So wie die Hosen von Stan Laurel und Oliver Hardy, wenn Sie sich auf eine saubere Couch setzen und sich zu Entspannung auf die Schenkel klopfen.
Chhhhrm, chmm, chmm hust keuch – staubige Sache. Das muss am Marmormehl liegen, oder am Pigmentpulver. Vielleicht regnet es in meiner Wohnung auch zu wenig, sonst wär der Staub schon lange weggespült. ![]()
Aquarell, die erste Schicht
Gearbeitet wird fett auf mager. Die ersten Schichten sind sehr mager – Aquarell. Der Kreidegrund wird langsam gesättigt. In dieser Vorzeichnungsstufe wird das Motiv, die Farbverteilung festgelegt. Ein mords Gepritschl.

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